Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Buch Jesus Sirach
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 11)
- Language
- German
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146 Das Büch Jesus Sir ach. Fassen wir .das bis jetzt Gewonnene zusammen, so ergibt sich Folgendes: Der Verfasser lebte keineswegs 8p ater als 250 v. Oh., der Uebersetzer aber kam im 38. Jahre der Regierung Euergetes II. nach Egypten, d. h. also (von 170 an gerechnet, wo Euerg״ wenn auch nur gemeinschaftlich mit seinem Bruder Philom., zu regieren anfing) 132 v. Oh. Aber wir vernehmen den uns von allen Seiten entgegenkommenden Einwurf: So müsste ja der Verf. vom Uebersetzer durch einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren getrennt gewesen sein, was unglaublich scheint, da der Uebersetzer den Verfasser doch o 7ta7z%0$ fiov Grossvater nennt. Wir gestehen offen, wir halten diesen Einwurf für gar nicht gewichtig. Fragen wir vor Allem, wäre der Uebersetzer Enkel des Verf. gewesen, wie kommt es, dass dieser Enkel so wenig, ja fast gar Nichts von seinem Grossvater erzählt? Von sich selber berichtet er wenigstens, dass und wann er nach Egypten gekommen, vom Verf. aber Nichts. Denn was er da im Anfänge seines Prologes von ihm aussagt ist so Einfaches und Natürliches, dass es einem je• den Leser dieses Buches sich von selbst hätte aufdrängen miissen. ״Mein Grossvater Jesus, der das Gesetz, die Propheten und die andern vaterländischen Schriften fleissig gelesen, sah sich bewogen, was zur Bildung gehört, zu schreiben.44 Dies ist Alles. Dass der Verf. in der Bibel wohl belesen war, können wir aus jeder Seite im Buche selber schliessen. Warum berichtet er gar Nichts aus dem Leben dieses Mannes, Nichts von den persönlichen Verhältnissen seines Grossvaters? Zugegeben, der Enkel hätte den Grossvater gar nicht persönlich gekannt, weil derselbe schon längst gestorben war, aber sollte er im 61terlichen Hause gar Nichts von seinem so gelehrten Grossvater erfahren haben? Ja noch mehr, warum schweigt er so ganz und gar darüber (was doch zu sagen so nahe lag), auf welche Weise er zu einem Manuscript gelangt sei? Hat er ein Autographon bekommen? Es spricht Vieles dagegen, wie wir sehen werden, und dennoch müsste man es annehmen, wenn der Verf. wirklich der Grossvater des Uebersetzers, der Abschluss des Buches also in der Zeit nicht gar zu weit von diesem entfernt wäre. lieber Alles dies hören wir kein Wort in dem Vorworte, nur so einfach: 6 7toc7t7tog fiov hat ein Buch geschrieben, als wenn dies schon so lange her und gar nichts Neues wäre und dar-