Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Buch Jesus Sirach
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 2)
- Language
- German
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Das,. Buch Jesuls Sirach, 737 sich nämlich: Wäre Cap. L Simon I. gemeint, so müsste das Buch, da der Yerf. nach dem Tode Sirpons geschrieben (wie die bereits angeführten Worte in der Schilderung: h fahj avxov, beweisen) unter Ptolem. Pbiladelphus entstanden sein; dann wäre aber keine Veranlassung über Unbill oder Bedrückungen zu klagen, weil unter diesem Herrscher die Juden fast ungestörte Rübe genossen. So argumentirte man. Aber es scheint übersehen worden zu sein, dass, wenn der Yerf. auch jene Schilderung, die doch dem Schlüsse des ganzen Buches so nahe ist, nach dem TodeSimon’s geschrieben, dies nicht auch der Fall sein muss bei jenen von Bedrückungen handelnden Stücken, sie können auch unter Ptolem. Lagi, oder doch noch in frischer Erinnerung an die Zeit derselben hingeschrieben worden sein; dass dieser Herrscher aber gegen Stadt und Tempel wirklich als ein Tyrann gehandelt, ist bereits oben mitgetheilt worden. — Der Yerf. lebte also unter Ptolem. Lagi, sah mit eigenen Augen die Amtsfunction und die segensreiche Wirksamkeit des ersten Simon und brachte nicht lange vor seinem Tode, und zwar im hohen Greisenalter (und ein solches ihm zuzuschreiben berechtigen uns seine vielen Reisen, sein bewegtes Leben und seine reichen, vielfach gemachten Erfahrungen2) und endlich das eine nicht geringe Reihe von Jahren erheischende Weisheitsbuch selbst), also etwa unter Onia II., Sohne unseres Simons, c. 250 sein Buch zum völligen Abschlüsse. Gibt man dies im Ganzen und Grossen zu, dann ist ein klarer Einblick in die Genesis des oft erwähnten Capitels gewonnen, dann wird die sonst auffallende Stellung desselben, sein Verhältnis nämlich zu dem Voraufgehenden sowohl, als auch zu dem nun folgenden Schlüsse des ganzen Buches, in ein helles Licht gesetzt. Das ganze Buch nämlich weist, seiner Anlage und Beschaffenheit nach, darauf hin, dass es nicht hintereinander, sondern mit vielen Unter- Brechungen hingeschrieben wurde, dass zwischen der Abfassung des einen und anderen Stückes ein grösserer oder kleinerer Zwischenraum liegt, dass das Buch überhaupt seinen Verfasser einen grossen Theil des Lebens beschäftigt hatte. Nun endigt 2) Vergl. Cap. 31. 36, 12 k.; 51, 13 und den grössten Theil des Gebetes daselbst. Frankel, Monatsschrift. XIV. 4. 11