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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-12-01 · Heft 12 (Dezember 1864) · p. Seite 474

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 12 (Dezember 1864)
Article
Analekten. / J. J. A.
Date
1864-12-01
Page
Seite 474 (sequence 3)
Language
German
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474 Analekten. allerlei Gegenständen belastete Kamele und Esel, welche in Schläuchen von Ziegenfellen Trinkwasser tragen, versperrt wer« den. Der Aufenthalt in der Stadt wäre ein sehr unangenehmer, empfände man nicht religiöse Eindrücke. Ich wage es nicht, diese) Denkmäler, die so rührende Erinnerungen wach rufen, zu beschreiben, denn dieses haben schon beredte und geschickte Federn gethan. Das Leben in Jerusalem ist billig, die umliegenden Dörfer versehen die Stadt reichlich mit gutem Gemüse, mit Kräutern und trefflichen Früchten. Der Wein, der auf den Bergen gewonnen wird. ist edel und gleicht dein von Marsala. Da die alten Quellen versiegt sind, sammelt man das Regenwasser in sehr grossen Cisternen. Was mich während meines Aufenthaltes in der heiligen Stadt: am meisten überraschte, ist der Geist der Duldung und Eintracht, der unter den Anhängern der verschiedenen Religionen herrscht. Jeder überlässt sich dort frei der Ausübung seines Cultus . und mau verdankt dies der Einsicht der religiösen Oberhäupter und dem Eintlusse der Vertreter der europäischen Mächte. Nur die protestantischen Missionäre machen indess eine Ausnahme, sie geben sich viel Mühe und verwenden ungeheure Summen auf die Bekehrung solcher Israeliten , deren Gott das goldene Kalb ist. Die Bevölkerung Jerusalems wächst von Tag zu Tag, und neue Bauten erheben sich von allen Seiten. Die Aschkenasim (Israeliten des. deutschen Ritus) lassen vier neue Synagogen bauen, von dene.11 eine sehr gross und sehr schön ist. Sie beabsichtigen die Gründung eines Krankenhospitals und eines Zufluchthauses für Greise. Diese Wohlthätigkeitsanstalteu im Vereine mit den von der edlen Familie Rothschild gegründeten, werden die Armen davon zurückhalten, ihre Zuflucht zu den anglikanischen zu nehmen: Ich habe das Rothschild'sche Hospital in allen Winkeln untersucht, und die Ordnung, Reinlich״ keit und gute Disciplin. die dort herrscht, bewundert; inan glaubt sich nach Europa versetzt. Ein grosses Theil von diesem Allen verdankt man dem Dr. Rothziegel. dem Arzt und Director des Hospitals. Die Vertheilung von L nterstützungen an Wöchnerinnen und der Unterricht in Künsten und Handwerken schreitet ebenfalls mit vollkommener Regelmässigkeit fort. Schon manche tüchtige junge Männer haben ihre Lehrzeit in dieser Schule

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