Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1864)
- Article
- Analekten. / J. J. A.
- Date
- 1864-12-01
- Page
- Seite 473 (sequence 2)
- Language
- German
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Analekten. m welchen ein Maulthier gespannt wird. Von Jaffa bis Jerusalem sind 3 Stationen, .jede \ bis ö Standen; die erste bis Rainaia. wo die Reisenden ohne Rang- und Glaubcnsnnterschied eine liebevolle und uneigennützige Aufnahme im Kloster der Franziskaner finden: die zweite führt nach Babel-Oned. am Fasse des gebirgigen Weges, der die Ebene von Saron von Jerusalem trennt. In dieser Station gibt es ausser türkischem Kaffee keine Nahrungsmittel: wenn man hier anzuhalten wünscht, muss man Zelt und Lebensrnittel mir. sich haben. Aber hier muss ich alte Irrthümer aufdecken, die man über die Unfruchtbarkeit, des gelobten Landes und über den angeblich auf Judäa liegenden Fluch verbreitet hat. Meine landwirthschaftlichen und boranischen Kenntnisse setzen mich in den Stand, allen jenen Be• hauptungen auf das Bestimmteste entgegen/.utreten. Galiläa ist überreich an Getreide, Baumwolle und Oel. Zahlreiche Schiffe verladen diese Prcdueit: in St. Jean > d'Aere . in Lai'ifa ׳,der in Jaffa. Die Getreideernte ist sehr reichlich ausgefallen, die Baumwollenernte verspricht einen Ertrag von 1.0—1‘JöOO Ballen, im Werthe von 7—8 Millionen Frcs. Die Oeibäuine sind mit Früchten beladen und berechtigen zu schönen Hoffnungen. — Das eigentliche Judäa ist noch immer das Land, wo Milch und Honig tliesst. Die Ebene von Saron. welche ich durchwanden habe, grünte von Baumwollen־. Safran- und Maisfeldern, welche ohne alle andere Bewässerung als den Thau des Himmels, in üppigem Wüchse prangten. Zahlreiche Pflanzungen von nundertjährigen Oelbäumen, von Weinstocken and Feigenbäumen erheben sich in dem gebirgigen Theile. Wenn man auf dem Wege über Hebron, der Grabstätte der Patriarchen. Jerusalem in Sicht bekommt, gewährt die heilige Stadt, von dieser Seite aus gesehen, einen imposanten Anblick. Die sic umgebenden zackigen Mauern, die noch vollständig erhalten sind, die Kuppein. die religiösen Denkmäler verschönern den Anblick. Die Vorstadt, welche zum Hebronthore führt, ist reich an KautUulen, die grösstentheils von Europäern gehalten werden, und in denen der Reisende Alles vorfindet, dessen er bedarf. Beim Eintritte in die Stadt sieht man sich aber sein־ getäuscht; die. gute Meinung, die man bei der Betrachtung aus der Ferne von ihr gelässt hatte, schwindet Angesichts der engen;, schmutzigen, schlecht gepflasterten Strassen. die überdiess durch mit