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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 11 · p. Seite 445

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 11
Article
[Rezension]
Date
1864-01-01
Page
Seite 445 (sequence 2)
Language
German
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: * Recensiönen und Anzeigen. 445 von den h. Behörden in Wien gestatteten Zutritt zu den Staats־^ archiven zu mehreren werthvollen Monographien, wir nennen hier seinen 5/,Ferdinand II. und die Juden46, ״Judentaufen in Oesterreich66, 5^Zur Geschichte der Juden in Worms und des deutsehen Städte Wesens66 (10. Jahrg. dieser Monatsschrift) benutzt und liefert hiereinen neuen Beweis seines unermüdlichen Fleisses. Wir erhalten1bi obiger Schrift eine durch zahlreiche authentische Belege unte '^stützte Geschichte der Juden in Wien vom Jahre. 1625—1670. Io diesen Jahren wohnten nämlich die Juden in der unteren Lee *pöldstadt, am Werd genannt, und bildeten hier ein Ghetto., wäl arend sie in früherer Zeit im Innern der Stadt ihre Wohnungen 1 hatten und an kein Ghetto gebunden waren. Die Monographie beschränkt sich also auf einen Zeitraum von 55 Jahren, ur behandelt um so erschöpfender die Ereignisse und Zustände. Wir erhalten hier ein Bild nach Aussen und nach Innen: e ׳s wird gezeigt, welchen Standpunkt die Regierung den Juden g;egenüber und welchen sie unter sich selbst einnahinen. Die Re1 gierung betrachtete sie nicht als Menschen, sondern als fructy׳■ ^bringende Realien: dieses war die Ansicht aller christl. Fürsten jener Zeit, nur Ferdinand II. machte einige Ausnahme ^ium Bessern. Der Verf. hatte in der obengedachten Schrift I ״Ferdinand II. u. 8. w." nachgewiesen, ״dass strenggläubiger Katholicismus nicht Hand in Hand mit Judenhass und Verfolgung gehe66, wofür, wie 8. 22 erzählt wird, die Pressbehörde die Ausgäbe dieser Schrift verbot! — Bedeutsam für die Juden war, dass die österr. Finanzen nicht weniger als heute sich in ungeregelten! Zustande befanden, und da jener Zeit die heutigen Finanzoperationen unbekannt waren, so musste man zu dem Mittel greifen, Juden im Lande zu behalten. Sah sich doch bei deren Austreibung unter Leopold I. das Hofkammeramt in Gefahr, die kaiserliche ,,Küchel und Keller66 nicht verproviantiren zu können! (S. 60). Die Juden waren auch in der That enorm besteuert; es werden hier genaue Berichte über die gewöhnliehen und außergewöhnlichen Steuern gegeben und welche Schritte die Juden, nicht selten mit geringem Erfolg, gegen letztere tliaten. Den grössten 11!eil dieser Steuern trugen die ״Hofbereiter66, d. i. Hofjuden, die hierfür bedeutende Vorrechte genossen. Die unverhältnissmässigen Abgaben behinderten dennoch nicht die Juden, Synagogen und Hospitäler zu erbauen.

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