Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Geschichte der Juden in Posen
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 420 (sequence 11)
- Language
- German
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420 pV» •Tnrlpn in" Pncon ׳י v - ׳ •v . Geschichte der Juden iü ^Poseri. In demselben Jahre 1620 entdeckte die fromme Einfalt in einem Hause der Judenstrasse einen eingemauerten Tisch, auf welchem die bereits erwähnte Durchstechung der drei Hostien stattgefunden haben sollte. Die kostbare Reliquie wurde in feierlicher Prozession von dem Bischof und der gesummten Geistlichkeit in die Karmeliterkirche übertragen und zu Ehren des Mirakels eine Judenhetze in Scene gesetzt. Die Geistlichkeit kaufte das Haus, in welchem der Tisch gefunden wurde, in der Absicht, um es zu einer Kirche umzugestalten, doch widersetzte sich die Stadt einer Vermehrung der bereits bestehenden Kirchen, bis es endlich im zweiten Schwedenkriege der Geistlichkeit gelang, ihr Vorhaben durchzusetzen und die noch heute bestehende Kapelle (Kaplica) anzulegen 3 *). (Fortsetzung folgt.) Es befanden sieh nach diesem Dokumente im Besitze der Juden: hölzerne dreistockhohe Häuser 1 ״ zweistockhohe ,, 39 ״ einstockhobe 40 ״ steinerne dreistockhohe 9 ״ ״ zwei stockhohe 48 רי zusammen 137 Häuser, ferner mehrere Bauplätze, die Synagogen und das ״Xenodocliium Judaeorum“. Aus den Hamen der Hauseigenthümer hebe ich einige hervor: Moyses Julka, Medicinae Doetor; Sapsai, aurifaber5 Abraham, scriba; Elias, Szmuklers (Schmuckler Posamentier), and Lewek Cantor. 31) Luk. II, 131—5, 315. Mit dem Jahre 1621 beginnen die bis tief in’s XlX. Jahrh. fortlaufenden Aufzeichnungen des Posen er Gemein de buch 68, das in drei handschriftlichen Eoliobänden im Archive der hiesigen Gemeinde aufbewahrt wird und ein überaus reiches und werthvolles Material für die Geschichte, namentlich für die Siltengeschichte der Juden im XVII. und XVIII, Jahrh. enthält. Das Gemeindebuch, lag bis vor wenigen Jahren in losen, ungeordneten Blättern im Archive und ist erst in neuerer Zeit in stattliche Bände gebracht worden. Manche werthvolle Bemerkung ist dabei leider von dem Buchbinder verwischt und überklebt, das Ganze aber zu einer handlichen Urkundensammlung umgestaltet worden. Der I. Band ist mit folgen-