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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 11 · p. Seite 417

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 11
Article
Geschichte der Juden in Posen
Date
1864-01-01
Page
Seite 417 (sequence 8)
Language
German
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Geschichte der Juden in Posen. 417 gar auf, die reicheren Dissidentenfamilien verzogen sich nach anderen Gegenden, ״der Jesuitengeneral herrschte in der Stadt27)!“ Das Loos der Juden in Posen ist nach dem Gesagten leicht zu ermessen. Die alten Quälereien werden durch neue überboten; Krankheiten, Feuersbrünste, Brandschatzungen erschüttern den Bestand der Gemeinde, die giftige Zunge der Delatoren wird durch ungeheuere Summen zum Stillschweigen gebracht, und es erwächst der Gemeinde jene enorme, lawinenartig anschwellende Schuldenlast, die noch heute, im Jahre 1864, nicht vollständig berichtigt ist! 1607 wüthet die Pest im Juden viertel, und die heimgesuchte Gemeinde darf ihr mit Palisaden überall abgesperrtes Quartier nicht verlassen: 1613 (im Januar) gehen mehrere Häuser der Judenstadt nebst der Frauensynagoge (welcher?) in Flammen auf. 1616 ermächtigt Sigismund III. die Bäckerzunft, die den Juden das Feilbieten von Brot nicht gönnen wollte, das von diesen zum Yerkaufe gestellte Brot zu confisciren und an die Hospitäler zu verschenken28); 1618 reichen die Vorsteher der Gemeinde: Chajim Joel, Jakob Mendel und Josef Props beim Grodgerichte eine Beschwerdeschrift gegen den Magistrat und die Bürgerschaft der Stadt ein, die an den folgenden Vorfall anknüpfte: Der mit der Ausschmückung des Rathhauses beauftragte Maler brachte an den Wänden desselben verschiedene Figuren an, die zur VerhÖhnung der Juden dienen sollten. Als sich die Aeltesten der Gemeinde bei dem Bürgermeister beschwerten, meinte der ehrsame Herr, der Maler würde sich nach Erlegung einer kleinen Summe von Seiten der Juden zur Beseitigung der anstössigen Figuren entschliessen. Beide Theile erklärten sich mit dem Vorschläge einverstanden; nichts desto weniger erneuerte der Maler nach drei Tagen sein Verfahren, malte an die Wände des Rathhauses die Austreibung der Juden aus Jerusalem, liess, um eine auf ‘27) Wufctke: Städtebuch S. 406. 28) Luk. I, 182-3, 406; II, 313.

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