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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 10 · p. Seite 362

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 10
Article
Geschichte der Juden in Posen
Date
1864-01-01
Page
Seite 362 (sequence 2)
Language
German
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362 ' Geschichte der Juden in Posen.; knüpfen sollte, gehäuftes Elend für die Posen er Juden ein. 1590 (Montag, den 9. Siwan, 11. Juni) legte ein auf der Judenstrasse entstandenes Feuer die ganze Judenstadt in Asche. Fünfzehn Personen, 75 Häuser, alles Hab und Gut der Juden, darunter70—80 Thorarollen, wurden ein Raub der Flammen. Die Juden hatten sich aus Furcht vor Plünderung in ihren Häusern verrammelt. Allgemeines Entsetzen hatte sich aller Gemüther bemächtigt. Die Kunde von dem schrecklichen Unglücke verbreitete sich bis. in die entfernten deutschen Gemeinden. Der eben so reiche als wohlthätige Mordechai Meisel in Prag liess der Posen er Gemeinde eine bedeutende Unterstütz un gssumme zufliessen. Vorerst verliessen die obdachlosen Juden die Stadt Posen, da sie ausserhalb des Ghetto auf Mitleid und Zuflucht nicht rechnen konnten, und nur allmälig, nachdem sie sich einiger Massen von dem schweren Schlage erholt hatten, kehrten sie in die Stadt zurück. Durch Vermittelung des grosspolnischen Generals Andreas Opaionski und des Posener Wojwoden Stanislaus Gorka, wurde ihnen einstweilen das Wohnen in christlichen Hausern unter der Bedingung gestattet, dass sie ihre niedergebrannten Häuser bis Martini 1592 wieder aufbauen, welcher Bedingung sie auch pünktlich nachkamen2). In dem Brande kamen den Posener Juden auch viele Privilegien der polnischen Könige und unter Anderen die zwisehen ihnen und dem Posener Wojwoden Lukas Grafen zu Gorka abgeschlossene schriftliche Vereinbarung abbanden. Sie baten daher den zeitigen Wojwoden, Stanis- *׳) Zemach David ed. Prag 1592, tom. I, auf der vorletzten Leihe, ed,. Frkf. a. U, p. 45b ff.;, Luit. I, 94; II, 305. Auf diesen Brand wurden verschiedene Klagelieder gedichtet, die wir noch besitzen, und zwar eine קינה von Menachem Cliajjiit b. Isaac, Rabbiner zu Turbin (Steinschn. Cat.Bodlej. 1725), und2 Klagelieder von Akifeah, Jacob ausFrankfurta. M., Schwiegersohn des durch sein en Reich thum angesehenen Simon Gintzb.urg, Yoratehers.der ppsener Gemeinde, (der mehrere Male persönlichen Zutritt zu den polnischen Königen hatte. Czaskiüberdie Juden p. 95), die Landshuth aus der seltenen Lubliner Ausgabe der 1617 קינות im Anhänge seiner Amuda-ha-Ab.oda, p. VII—X abgedruckt hat. Die erste beginnt mit den Worten: על הר ציון אש אוכלה,

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