Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Geschichte der Juden in Posen
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 12)
- Language
- German
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292 - Geschichte der Juden in Posen, stadt, plünderten die Häuser und ermordeten eine grosse! Anzahl Juden. Für diesen Excess wurde der Stadt durch Casimir IV auf Grund des von ihm erneuerten Freibriefes eine Strafsumme von 2000 Dukaten auferlegt, die auch pünktlich eingetrieben wurde 10). Noch andere Leiden hatten die Posener Juden und zwar gemeinschaftlich mit den christlichen Bürgern durch die in Posen häufigen Ueberschwemmungen der Warthe und die vom dreizehnten von Christenblut zu beschuldigen. Dieser Paragraph lautet bei Banstkie (auch von Grätz VIII, 442 mitgetheilt): Item statuimus, ne de caetero aliquis Judaeus sit inculpandus ab aliquo Christiane pro re sic docente (im Codex: dicente), quod ipsi Judaei de necessitate uterentur sanguine Christianorum annuatim (im Codex: animante) aut etiam Sacramentis Ecclesiae Christianorum, ex quo statuta propriae innocentiae nos docent et institutiones, quod in talibus rebus non sunt culpabiles, quod hoc est contra legem ipsorum. Statt dessen heisst es einleuchtender im Codex: ex quo Statuta Papae Innocentii et constitutiones nos edocent etc. *Offenbar bezieht sich das Gesetz auf die Bulle Innocenz’ IV, in welcher die gegen die Juden erhobene Blutbeschuldigung widerlegt wird. Die Bulle ist aus Baronius’ Annales mitgetheilt bei Grätz VII, 126. Bei Banstkie lautet es weiter: Et si ultra aliquis Christianus sua temeritate aliquem Judaeum pro talibus rebus inculpaverit, tune ei tale jus daraus et eoneedimus: quod talis christianus si voluerit adducere et probare (im Codex: et hanc suam rem ff ihre, tune debet probare cum) tribus Judaeis bonis, in regno nostro possessionatis, qui in sua humanitate essent infames (im Codex: non essent infames) et in fide essent immobiles et quatuor Christianis, qui etiam essent possessionati bene in regno nostro et in sua humanitate (non) infames in *fideque immobiles, et si hujusmodi testimonium etc. Die Worte: et quatuor Christianis etc. fehlen in dem Codex ganz und gar und, .wie es scheint, mit Recht; denn das Gesetz ward zum Schutz der Juden erlassen, und einem Christen, der mit falschen Anschuldigungen gegen Juden auftrat, durfte es zur Zeit nicht schwer fallen, einige christliche Zeugen für seine angeblichen Behauptungen zu gewinnen, so dass die Aussagen christlicher Belastungszeugen in solchen Fällen von gar keinem Belange sein konnten. lft) Luk. I, 73; II, 262. Die zu Lentschitz 1468 ausgestellte Quitj taug lautet: pro caede seu trucidatione Judaeorum.