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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 8 · p. Seite 287

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 8
Article
Geschichte der Juden in Posen
Date
1864-01-01
Page
Seite 287 (sequence 7)
Language
German
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Geschichte Vier Juden in Poseii. 287 .׳ Der Vorfall wird in Kürze, wie folgt, erzählt: Die Poseher Juden sollen eine arme Frau durch verschiedene Vorspiegelungen veranlasst haben, aus dem Ciborium der Dominikanerkirche drei Hostien zu stehlen, was dieselbe unter grossen Gefahren und Wundern auch wirklich völlbrachte. Die drei Hostien wurden von den Juden in einem Kellergewölbe des Hauses auf der Judenstrasse, wo jetzt die Kapelle (Kaplica) steht, verborgen, mit Messern durchstochen etc. Das hervorquellende Blut hinterliess unauslöschliche Spuren und bewirkte verschiedene Mirakeh Darob geängstigt, Hessen die Juden die Hostien durch zwei ihrer Vorsteher in einen Sumpf werfen, an dem Orte, wo jetzt die Frohnleichnamskirche steht. Daselbst offenbarten sie sich einem Hirtenjungen in Gestalt von drei Schmetterlingen und erregten nach Verübung zahlreicher Wunder die Aufmerksamkeit der Pos euer Christenheit. Der Posen er Bischof begab sich mit der gesummten Geistlichkeit an den bezeichneten Ort, der bereits genannte Priester Johann Ryczywöl nahm die Hostienin Empfang und legte sie in der Pfarrkirche zur Ver- Währung nieder. A11 dem Orte der Wunder wurde Anfangs eine Kapelle und einige Jahre später von Wladyslaw Jagiello die Prohnleichnamskirche errichtet, zu weleher fleissig ge wallfahrt wurde. Die kirchenschänderische Frau soll nebst dem Rabbiner und 13 Aelfcesten der Juden gefoltert, mit Hunden zusammen an ]?fahle gebunden und langsam gebraten worden sein. Nach dem Zeugnisse Lukaszewicz’ ist weder in dem Archive der Stadt, noch in dem der Domkirche, des Grodgerichtes (auf dem jetzigen Appellationsgerichte, früheren Schloss der Könige von Polen) oder der Dominikänerkirche irgend eine auf diesen Vorfall bezügliche Notiz zu finden־ Nichts desto weniger wurde Seitens des Magistrates und der Geistlichkeit oft auf denselben wie auf ein geschehenes Factum recurrirt, Nach einer ziemlich trüben Quelle 10) wurde dem Philippinerpriester Kanty Kowalsky, in welchem die Wunder ausführlich beschrieben und bewiesen werden. 10) Phylacterium von Wolf Meier Dessau er 1801, aus welchem• Jost IX, 139 — 140 geschöpft hat.

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