Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Historischer Überblick über die Codificationen des Halachastoffes, von ihren ersten Anfängen bis zu ihrem letzten Abschlusse
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 2)
- Language
- German
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242 Die Göäification des Hälachastoifes. leuchtet aus der nicht minder klaren Darstellung heryor, so dass man ein von des Gesetzgebers eigener Hand, und nicht ein aus so vielen Büchern zusammengetragenes Sammelwerk vor sich zu haben vermeint. Es war nicht Selbst- Überhebung, dass der Verfasser von seinem Buche erwartete, es werde alle anderen, ausser der Bibel, überflüssig ׳־ machen. Aber so gross Maimuni’s Werk als Kunstwerk, so unbefriedigend und das lebendige Studium ertödtend musste es auf der anderen Seite erscheinen. M. hat die Normen als'Machtgebote, ohne Quelle, Gewährsmann und Belege hingestellt: Geist und Lehre des Judenthums widerstreben aber, wie bereits angedeutet, der Fessel; sie lassen sich nicht einschnüren, sondern wollen sich frei in der Atmo- Sphäre der Forschung bewegen. Man will in die Werkstatte des die Norm Aufstellenden dringen, die Quellen kennen lernen, den Apparat prüfen und das Resultat vor den eigenen Augen entstehen sehen. Es kommt ferner hinzu, dass im Judenthume jedes Ge- oder Verbot sich als religiöse Vorschrift gibt; die Ausführung wird also zur Gewissenssache, und da ist man nicht geneigt, sein religiöses Verhalten von dem unmotivirten Urtheil eines Einzeinen abhängig zu machen; man will das Für und Wider erwägen, will die darüber sich aussprechenden Stimmen und ihre Gründe in Betracht ziehen, um der einen oder der änderen sich anschliessen zu können. Alle diese Momente sind gegen M. von R. Abraham bei! David ausPaskeira, einem Zeitgenossen M/s, in einer Glosse geltend gemacht worden, die er an die angeführten Schlussworte der Vorrede Maimuni’s anknüpft1), und sie sind L) Da diese Glosse die Anschauung über Autorität im Judenthume ziemlich genau abspiegelt, so lassen wir sie hier folgen: א״א סבר לתקן ולא תקן כי הוא עוב דרך כל המחברים אשר חיו לפניו כי הם הביאו ראי׳ לדבריהם• וכתבו הדברים בשם אומרם והי' לו בזה תועלת גדולה כי פעמים רבות יעלה על לב הדיין לאסור או להתיר וראיתו ממקום אחד, ואלו.ידעי כי יש גדול ממנו הפליגי שמועתו לדעת אחרת הי' חוזר בו ועתה לא אדע למד. אחור .טקבלתי ומראיתי בשביל חבורו של זה המחבר אם• החולק עלרגחל; ממני הרי טוב;ואם אני גדול ממנו למה אבטל, דעתי ספני דעתו, ועוד; כי יש