Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension] / Klein
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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Wr•■׳.. i׳V : 238 ״' Recensionen und Anzeigen. wickeln. Ein Judengesetz., sagte später, einer der berühmtesten von ihnen, muss aus vier Worten bestehen: Gleiche Pflichten, gleiche Rechte! Aber mit dem allgemeinen Rückgänge nach dem Frieden wurden auch diese Impulse verdrängt; eine engherzige, freiheitsfeindliche Praxis nahm den Juden das, was sie gesetzlieh schon hatten; 1822 wurde ihnen der Zutritt zu den akädemischen Lehr- und den Schulämtern, 1831 in der neuen Städte-, Ordnung die Befähigung zu Bürgermeister -Aemtern abgesproeben. An die Stelle der verheissenen Constitution eilen Verfassung traten ständische Bildungen, welche einzelne Volksklassen weit über ihre reelle Bedeutung hinaus bevorzugten, und wie die Rechtsungleichheit überhaupt, so auch die zwischen ChrL sten und Juden zur Voraussetzung hatten. Es ist immer dieselbe Richtung, welche das flüssige moderne Leben in. die starren Formen der Stände und das sich ihm assimiürende Judenthum in das mittelalterliche Ghetto zurückbannen möchte. Die- 868 an sich völlig egoistische Streben verband sich nun bald mit - pietistischen und romantischen Neigungen. Die Selbstsucht und die Beschränktheit umhingen ihre Blosse mit einem idealen Futter; aus der trüben Vermischung von Innerem und Aeusserem, von Freiheit und Zwang, von Gemiithssphäre und Polizeisphäre tauchte das Nebelbild des ״christlichen Staats" hervor; und an die Stelle der klaren, staatsmännischen Begriffe von 1812 trat die dunkle und dehnbare theologische Bestimmung, dass der Israelit keine obrigkeitlichen Functionen üben könne. Die Juden schienen, wie Gabriel Riesser einmal treffend sagte, ״dazu ausersehen, dass, wie die früheren Jahrhunderte ihre Grausamkeit, so das jetzige neben seinem Uebermuth auch seine Thorheiten an ihnen übe." ״In diesem Kampfe um Schutz und Ausbau der erworbenen Grundrechte standen Riesser und Veit voran, der Eine als der literarische Anwalt seiner Glaubensgenossen, der Andere als der Wortführer der wichtigsten Gemeinde. Das schöne Wort, welches Veit von dem Freunde (Riesser) aussprach: die Liebe war sein Pathos — trifft auch den Kern seines eigenen Wesens. Seine Humanität, seine Einsicht in die Schwierigkeit grosser Rechtsumwandlungen bewahrte ihn vor der Erbitterung, sein Glaube an den Fortschritt der Ideen vor dem Verzagen." — > Wir empfehlen die Schrift, die in ihrem Style an die mei-