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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 6 · p. Seite 215

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 6
Article
Historischer Überblick über die mannigfachen Codificationen des Halachastoffes, von ihren ersten Anfängen bis zu ihrem letzten Abschlusse
Date
1864-01-01
Page
Seite 215 (sequence 15)
Language
German
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©i@©0dificati01i desiHäläeH^sfeffiejs^ stöff, abernur in seinen Resultaten und ohne Angabeider Quellen. Das Werk ist in klarer, durchsichtiger hebräischer Sprache geschrieben, und lassen wir über Motive und Zweck des Buches Maimuni selbst reden. Nachdem er eine gedrängte Uebersicht der Entwickelungsgeschichte der Tradition von Moses bis auf seine Zeit gegeben, fährt er fort: ״Nun aber, da die Leiden überhand nehmen, die Zeit eine gedrückte und drängende ist, die Weisheit der Weisen abhanden gekommen und der Verstand der Verständigen nicht mehr vorhanden, sind die Commentarien, Halachot und Responsen, welche die Geonim verfasst und für allgemein fasslich hielten^ nur sehr wenigen noch verstündlich. Noch viel weniger aber der Talmud selbst, der babylonische wie der jerusalemische, Sifra, Sifri und Tosifta, die ein noch ausgebreiteteres Wissen, grössere Weisheit und mehr Zeit erfordern, um aus ihnen die Norm in dem Verbotenen und Erlaubten, wie in den übrigen Gesetzen zu erkennen. Darum habe ich den Staub von meinein Gewände geschüttelt (nach Nehemia 5, 13), und mit der Hülfe des Allmächtigen, gepriesen sei er, alle diese Werke durchforscht, um die Endresultate in Bezug auf Erlaubtes und Unerlaubtes, Reines und Unreines, wie auf die. übrigen Gesetze der Thora in klarer Sprache und gedrängte!* Kürze zusammenzustellen, und, damit das niündliehe Gesetz geläufig sei im Munde Aller, ohne Frage und Antwort, ohne jede Meinungsverschiedenheit, in klaren, unzweideutigen Worten, nach der Norm, wie sie sich aus den von R. Jehucla dem Heiligen bis auf unsere Tage sich vorfindenden Werken und Commentarien ergibt. Mit einem Worte: Es soll fernerhin Niemand mehr eines anderen Buches zum Auffinden irgend einer Norm bedürfen,, sondern dieses mein Buch soll ein Codex sein für das ganze mündliche Gesetz sammt allen Verordnungen, Gebrauchen und Bestimmungen seit Moses bis zum Abschluss des Talmud, mit Rücksicht auf die Commentare der Geonim. Darum nenne ich auch dieses Werk ״die zweite Thora,“ weil man zunächst die heilige Schrift, dann aber unmittelbar dieses Werk studiren soll, um daraus das ganze mündliche Gesetz ohne jedes andere Medium kennen

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