Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Geschichte jüdischer Ärzte in Österreich
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 5)
- Language
- German
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198 Analekten. steiler die Bewilligung zu ertheilen. Sie meinte, derselbe habe es nicht gewagt, sich in Wien prüfen zu lassen etc. Der Kai- Ser jedoch rescribirte 12. Febr. 1786:! ״Dem Juden Oppenheimer ist, da er neuerlich in Pesth geprüft und von der dasigen Universität der von ihnen in Utrecht erhaltene Doctorgrad bestätigt worden, die Befügniss zu ertheilen, sowohl hier als in den gesammten Erblanden praestitis praestandis und gegen Entrichtung der Toleranzsteuer die praxim medicam־ unbeschränkt auszuüben. Joseph." . Zu jener Zeit scheinen viele Juden sofort von der gegebenen Erlaubnis8 Gebrauch gemacht zu haben, denn am 9. Nov. 1793 bitten die Vertreter der Wiener Israeliten (״Gemeinde" durften sie nicht genannt werden; 8. meine ״Geschichte der israelitisch. Oultusgemeinde in Wien"), es möge den an der Wiener Universität graduirten Doctoren gestattet sein, der Facultäts-Wittwenküsse beitragen zu dürfen. Die Facultät lehnte dieses zu jener Zeit ab und erst in späterer Zeit machte sie diese Concession. Freilich waren noch nicht alle Wege geebnet. So mussten zu Anfang der Regierungszeit des Kaisers Franz die jüdischen 8 tu dir enden in Wien sich allmonatlich bei der Polizei durch ein Zeugnis8 des Decans ausweisen, dass sie fleissig die Collegien frequentirt und gute Fortschritte gemacht haben. Mit dem Jahre 1848 hörte jede Sonderstellung der jüdischen Studirenden auf, und befinden sich bekanntlich blos die jüdischen Hörer der Rechte in dem Ausnahmsfalle, dass sie nicht Doctoren utriusque, auch des eanonischen Rechtes, werden können. Es gibt jetzt in Wien an der medicinischen und philosophisehen Facultät jüdische Professoren und mehrere Docenten, und in Prag sind Wess ely an der juridischen und ׳Kämpf a.n der philosophischen Facultät als Professoren angestellt. Unter den ’Studirenden selbst aber herrscht die grösste Collegialität, und befinden sich Juden in den Comite’s und Ausschüssen der Studeuten. Die schönen Früchte dieses collegialenBebens werden, wie natürlich, nicht ausbleiben und sind auch da und. dort schon sichtbar.