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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 5 · p. Seite 193

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 5
Article
Über die Begriffe von Substanz und Accidens in der Philosophie des jüdischen Mittelalter
Date
1864-01-01
Page
Seite 193 (sequence 10)
Language
German
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in der Philosophie des jüd. Mittelalters. ' 193 sentlichen Bestimmungen eines Dinges gehöre4). Das Erstere "behauptete nämlich Ibn-Sina und fand es daher für unangemessen, Gott das Attribut der Existenz beizulegen, da wir doch Gott keine Accidenzen beilegen können. Maimuni, der sich an die Ansicht des Ibn-Sina hält und das Dasein für ein Accidens erklärt, will dies nur bei Gott, als dem nothwendig Existirenden, nicht gelten lassen (Morel, 57). — Gegen Ibn-Sina streitet jedoch Ibn-Roschd5), welcher sagt, dass das Vorhandensein oder die Wirklichkeit keine Eigenschaft eines Dinges bedeute, san״ dem nur eine blosse Beziehung desselben auf unser Wahrnehmungsvermögen bezeichne. Wenn wir von einer Sache, die wir uns anfangs nur im Geiste gedacht, später erfahren, dass sie auch in der Wirklichkeit ist, dann erhält die Sache hierdurch nicht eine Eigenschaft, die sie früher etwa nicht gehabt, sondern es entsteht jetzt nur ein Verhältniss derselben zur Aussenweit, das früher nicht gewesen. An diese Ansicht des Ibn- Roschd hält sich Lewi ben Gerson6). Diese zwei verschiedenen Ansichten über das Dasein sind übrigens auch der neueren Philosophie nicht ganz fremd geblieben; denn der sogenannte ontologische Beweiss muss, ebenso wie Ibn-Sina, von der Ansicht ausgehen, dass die Existenz zu den Eigenschaften eines Dinges zu zählen sei, während die Gegner dieses■ Beweises, ebenso wie Ibn-Roschd, das Dasein nicht als reales Prädicat, sondern nur als die Position eines Dinges betrachteten7). 4) So schreibt Aibo, ikkarim 11, ו: by עניין המציאות הנאמר נמצא מן הנמצאים נחלקו בו הפילוסופים אם הוא מקרה קרה לנמצא או הוא ענין עצמותי לו. 5) Ibn-Roschd sagt, dass Jene, welche das Dasein für ein Accidens erklären, sich unter Anderem auch darauf gestützt, dass der arabische Ausdruck מלגור (ebenso wie der hebr. נמצא) schon seiner Efcymologie nach etwas Accidentielles anzeige, und dass Einige zur Be- Zeichnung der Existenz Gottes lieber den Ausdruck הדה (gebildet aus dem Pronomen הו, Er) gebrauchten (Munk, Melanges, pag. 242) Vielleicht hat dies Joseph Ibn־Zadik im Sinne, welcher schreibt (עו^ם 'O הקטן (ed. Leipzig, pag. 56): לא מצאו הפילוסופים שם שיאותו לו מן ההוא. 6) S. Joel, ״Lewi ben Gerson als Religionsphilosoph“ in dieser Monatsschrift 1861, S. 343. 7) Vgl. Mendelssohn, Morgenstunden S. 17. — S. auch meinen Artikel: ״Der philosophische Gottesbegriff u. s. w.u diese Monatsschrift 1859, S. 347. Frankel, Monatsschrift. XIII. 8 15

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