Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Liepmann Cohen und seine Söhne, Kammeragenten zu Hannover
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 12)
- Language
- German
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172 י Liepmann Cohen׳ und seine Söhne, auf fertig geworden war, der Gemeinde zuim gottesdienstliehen Gebrauche. Diese hochherzige Thal Liepmanns und seines Sohnes verkünden zwei noch jetzt vorhandene hebräische Inschriften: die. eine über dein Eingänge zu dem Vordergebäude der Synagoge aus dem Jahre 1703 und die andere in dem in die Westwand der Synagoge eingemauerten Steine aus dem Jahre 1704, welche die dankbare Gemeinde dem Andenken der beiden genannten Wohlthäter widmete. Das Besitzrecht der Synagoge behielt er sich jedoch vor, woher es denn auch kam, dass er und später seine Söhne die auf dem Gebäude ruhenden Abgaben zahlen mussten. Auch der grosse messingene Leuchter, welcher in der Synagoge zur rechten Seite des Betpultes steht, erweist sich nach der auf demselben befindlichen Inschrift als ein Geschenk, welches Liepmann und. sein Sohn im J. 1705 der Gemeinde machten. Liepmann starb, nachdem er zwei Söhne und eine Tochter verloren hatte, am 14. Schewat 5474 1. Januar 1714 und muss also älter als 80 Jahre geworden sein. Von ihm, von welchem in dem königlichen Schlosse zu Herrenhausen lange Zeit hindurch ein Bild aufbewahrt worden sein soll, welches aber trotz der sorgfältigsten Nachfor- . schung, die Se. Excellenz Herr Ober-Hofmarschall und Staatsminister Dr. v. Malortie auf mein Ersuchen darüber hat anstellen lassen, daselbst nicht mehr hat aufgefunden werden können, stammen die Mitglieder der noch jetzt hier lebenden und in wohlverdienter allgemeiner Hochachtung stehenden Familie Cohen ab. Die beiden Söhne Liepmanns, welche diesen überlebten, hiessen Mordechai Gumpel, auch Gumpert genannt, und Isaac. Sie führten beide den Titel Oberhoffactoren und Kammeragenten, verwendeten gleich ihrem Vater ihre reichen Mittel häufig zur Unterstützung jüdischer Gelehrten, und ermöglichten durch ansehnliche Subventionen den Druck mehrerer hebräischer Werke, wie dies von beiden auf dem Titelblatte des ersten Theils der im Jahre 1715 in Amsterdam erschienenen Rabbinatsgutachten Panim meiroth bezeugt wird. Dass auch sie anfangs bei der Regierung in hohem Ansehen standen, geht aus dem Um-