Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension] / -o-
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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158 Recensionen und Anzeigen. Dieses trefflich angelegte und auch 'aus8erlich schön au8gestattete chaldäisehe Lesebuch verdient die weiteste Verbreitung. Rabbinische Chrestomathie für Universitäten, Seminarieri und jüd. Volksschulen, von Dr. Heilbutt Landrabbiner. Hannover 1856. Hahn'sche Buchhandlung. Die Kenntniss der rabbinischen Literatur nimmt mit der Reform des jüd, Schulwesens mehr und mehr ab. Während in früherer Zeit die rabbinischen Schriften, namentlich der Talmud, den grössten Th eil der Unterrichtszeit in den Schulen absorbirten, verfällt man in unserer Zeit in das andere Extrem, jeden Unterricht in der rabbinischen Literatur grundsätzlich aus den Schulen zu verbannen. ,,Nur der angehende Theologe hat sich mit dem Studium des Talmuds zu befassen," hört man allgemein sagen. / Wir sehnen uns nach jener alten Zeit keineswegs zurück und wünschen daher auch das frühere Schulwesen bei Leibe nicht wieder herbei, aber auch die moderne sogen. Religion8schule, und zwar die die rabbinische und sogar die biblische Literatur vom Religionsunterschiede ausscliliesst, um dem Katechismus Platz zu machen, kann nicht Zusagen. Der Katechismus ist oft nur ein Abfindungsmittel für indifferente, oder ein bequemes Auskunftsmittel für ignorante Lehrer. Die Jugend soll frühzeitig zu der Quelle der Religionslehre geführt werden; nur aus dieser lebendigen Quelle fliesst wahre religiöse Erkenntniss, Liebe zur Religion und reges Interesse für einen gedeihliehen Fortschritt auf religiösem Gebiete. Darum soll auch das Studium der rabbinischen Schriften, wie der nun verstorbene Verfasser des vorliegenden Werkchens in der Vorrede sagt, der Jugend möglichst zugänglich gemacht werden. Zu diesem Zwecke hat der Verfasser aus den Scliriften fast jeder Epöche der räbbin. Literatur, von der Mischna bis zum Schulchan Aruch, einige passende Stücke meist ethisehen Inhalts ausgewählt, dieselben sprachlich und literarhistorisch erläutert, und überdies zur Erklärung der schwierigeren Ausdrücke am Ende ein Glossarium angebracht. Besonders zu loben ist die Oeconoinie des Buches, denn die Lesestücke sind