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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 4 · p. Seite 144

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 4
Article
Über den Ursprung der Moldot und Tekufot im jüdischen Kalender
Date
1864-01-01
Page
Seite 144 (sequence 12)
Language
German
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144 Z ur D o&'inatik ׳ des Ju denthums. Tekufa in derTradition uns überlieferten. Wie konnten sie aber die Tekufa als eine beständige Grösse ט' חרכל״ב überliefern, wenn sie sie damals nur als vorübergehende, bald nach einem Gyclus veränderte Tekufa gewusst haben? Warum blieb sie bis in das 10. Jahrhundert unbekannt? Warum wurde diese missverstandene, eigentlich falsche Ueberlieferung geheimgehalten? Warum soll ihr Urheber ein R. Adda gewesen sein? Ueber alle diese Fragen kann die Hypothese des II. Piniles keine genügende Erklärung geben, während nach unserer oben aufgestellten Meinüng nicht allein alle Räthsel gelöst, sondern auch noch durch das Geständniss des R. Hassan Hadajan, der sich als Entdecker dieser Tekufa ausgibt, auf das vollkommenste bestätigt werden. Sckitomir. Ch. S. Slonimski. Zur Dogmatik des Judentums. Wenn wir von einer Dogmatik des Judenthums sprechen, so müssen wir uns vorerst über deren Charakter verständigen. Das Judenthum hat, bei der Reinheit und Vernunftgemässheit seiner Lehren, nicht blinden Glauben, sondern richtige Erkenntniss-seinen Bekennern zur Pflicht gemacht; es kann nur insofern eine Dogmatik zulassen, wenn wir, nach dem Vorgänge Albo’s, darunter den Inbegriff blos jener Fundamental-Glaubenssätze verstehen, aus deren Nichtannahme die Leugnung des Gesammtinhalts der Religion mit Nothwendigkeit folgt, wie wenn der Grund gelockert ist, das ganze Gebäude endlich zusammenstürzen muss. .Die Dogmatik des Judenthums wird sich daher vorzüglich mit der Frage beschäftigen: Welches sind die Glaubenssätze, durch deren Leugnung der Jude auf hört, Jude zu sein? Wie bekannt, finden sich im Talmud darüber nur einzelne, meist in negativer Form . gehaltene Andeutungen, und wenn Alb0 verwundert fragt: wie es komme, dass weder die Tanäim noch die Amoraitn sich über die Grundlehren unserer Religion klar und deutlich ausgesprochen haben, so können wir dieses Befremden nicht theilen, da nicht das Streben nach systematischer Ordnung, sondern das Bewusstsein des Gegensatzes, wel-

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