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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 3 · p. Seite 87

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 3
Article
Rabbi Simon ben Gamaliel II., nach seinen Verhältnissen und seiner geistigen Wirksamkeit
Date
1864-01-01
Page
Seite 87 (sequence 7)
Language
German
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Rabbi Sirn011 ben Gainaliel II.;87 Jahre 135 auch Befchar fiel6),. war die Ihsurrecticm ganz und gar niedergeschlagen. Mit dem Falle Bethar’s begann für Judäa die traurigste Schrecken szeifc.. Der fcrium.- phirende Römer wüthete mit unmenschlicher Grausamkeit gegen die besiegte Nation; alles, was an dem Aufstande irgendwie theilgenommeu, fiel der Zerstörung anheim'; die Städte wurden geschleift, die Menschen schonungslos hingeschlachtet. Sogar den Todten gönnte man nicht die letzte Ruhe: die im Kampfe um Bethar gefallen Waren, durften nicht beerdigt werden. Aber auch diese grassliehe Schonungslosigkeit, mit der man gegen die Aufstaudischen verfuhr, befriedigte das Rachegefühl Hadrian's noch nicht, er wollte Juden und Judenthum von Grund aus vernichtet wissen. Da er es jetzt erkannt hatte, dass das Judenthum in seinem volkstümlichen Gesetze und in den Stätten, an denen es gelehrt wurde, in den Lehr- 11äusern,N wurzele, so suchte er das jüdische Leben an der Wurzel selbst anzugreifen. Die fürchterlichsten Bhitedicte wurden daher gegen das Leben und■‘Lehren jüdischer Satzungen erlassen. Mit welch blutiger Strenge diese Edicte gehandhabt wurden, können die Berichte aus jener Zeit nicht düster genug schildern. . Die Gesetzeslehrer wurden hingerichtet, die Jünger geächtet, — die geringste Veranlassung genügte den römischen Barbaren, das Volk unter den grässlichsten Martern haufenweise hinzumorden> aber Alles vergebens. Die Liebe zur Lehre und ihr Geist war — Dank den Bemühungen eines R. Joch an an ben Saccai, eines Rabban Gamaliel — schon zu tief irfs Volk gedrungen, als dass äussere Gewalt im Stande gewesen wäre, sie aus den Herzen ihrer Bekenner zu reissen. Was Hadrian erreichte, war der Tod lebensmüder Greise, das Blut unzähliger Märtyrer, die Flucht der jüngeren Gelehrten, welche in der Verbannung,nur die Zeit abwarteten, da die Arme der römischen Henker ermüden würden, um dann Israel zu dem Gesetze und dessen Studium wieder zurückzuführen. Drei Jahre hindurch hatte diese Leidenszeit unermessliches Wehe über Juda gebracht; da 6■) Vgl. Grätz, Geschichte der .Jaden Bd, IV., 8. 178 ff.

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