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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 2 · p. Seite 67

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 2
Article
Mose Almosnino
Date
1864-01-01
Page
Seite 67 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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Mose Almosnino. 67> Gedächtnissreden von ihm vorhanden, auf den Tod seiner von ihm angebeteten Mutter, des gelehrten Mose de Buton und anderer angesehenen Persönlichkeiten46). In demselben Jahre arbeitete Almosnino den Commentar zu den zwei dunkelsten Büchern der fünf Megillot, zum Hohenliede und Prediger, aus. Und so war er bis in sein hohes Alter, ja bis zum letzten Hauche nach diesen zwei Seiten hin thätig: sich in die heilige Schrift zu versenken und aus ihr die erhebendsten Gedanken für den Verstand und die edelsten Anregungen für das Herz zu entwickeln, und auf der anderen Seite die gefundenen, oft auch nur hinein interpretirten Ideen durch das lebendige Wort in die Gemüther zu senken. Der wahre agadische Ausspruch: dass der Geist der mit Liebe der Forschung ergebenen Menschen sich im zunehmenden Alter noch mehr kräftige, bewährte sich an ihm. Almosnino hat allerdings mit seinem stillen, beseheidenen, von Gottvertrauen und tiefer Sittlichkeit durchwehten Wirken keinen Einfluss auf grössere Kreise und spätere Zeiten geübt, er hat auch keine befruchtenden Gedanken in die Welt gesetzt oder angeregt. Seine schriftstellerische Thätigkeit hat nur homiletische Anregung gegeben. Aber er war doch im Ganzen eine wohlthuende Erscheinung und gewinnt besonders unendlich, wenn man ihn mit seinen Fachgenossen der nach folgenden Zeit, selbst mit seinem jüngeren Zeitgenossen, dem Prediger Mose Alschaich aus Safet, vergleicht, der sich ihn zum Muster genommen zu haben scheint, aber ihn lange nicht erreicht hat. Hatten viele sephardische Rabbiner und Prediger in der Türkei in Almosnino’s Sinne gewirkt und namentlich die profanen Wissenschaften nicht geächtet, sondern sie in den Kreis ihrer Studien, wie Almosnino, gezogen, so hätte die düstere und sinnverwirrende Kabbala, die zur selben Zeit durch Isaak Lurja und seinen Jünger Chajim Calabresi die Hegemonie errungen, die Gemüther und Geister der Judenheit nicht so bethören können, dass der Pseudomessias Sabbatai Zewi und sein Anhang im folgenden Jahrhundert das Judenthum untergraben konnten. Dr. H. Graetz. 45) Das. Nr. 10-14.

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