Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Belagerung Hamburgs (1813 - 1814) in ihren Beziehungen zu den Israeliten
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 4)
- Language
- German
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44 Jie Belagerung Hamburgs (1813—1814) ganze Woche in Arrest setzen liess, weil er ihm seine .Pflegetochter, die jener im Vorbeigehen schön gefunden hatte, nicht ausliefern wollte, schickte folgenden Tages wiederum zwei Gensdarmen mit der Ordre, den Rabbiner Lazarus Joseph, falls er nicht gutwillig mitkäme, sammt noch drei anderen Rabbinern gewaltsam zu ihm zu bringen. Der Rabbiner entschuldigte sich jedoch abermals mit seiner Schwächlichkeit und schickte seinen Sohn, verwies aber die Gendarmen an ein Administrationsmitglied, dem, zum General geführt, eröffnet wurde, dass der Prinz von Eckmühl zur Besoldung der Truppen und zu anderen höchst nothwendigen Ausgaben haar es Geld brauche. Da er nun wisse, dass unter den Juden Capitalisten seien, die haare Münze in Vorrath haben, so habe er dem Prinzen rorgeschlagen, bei der Hamburger Judenschaft eine Anleihe von 3—500,000 Franken zu machen.' Er erbiete sich, für den Betrag bei den Repräsentanten der Juden- Schaft den Werth in Silberbarren als Unterpfand zu deponiren und diese wiederum gegen Münze einzulösen. . Mit Recht machte ihm das Administrationsmitglied Presselau die Vorstellung, dass es ungerecht sein würde, die Judenschaft, ausser den.Religionsverhältnissen, als einen von der übrigen Bürgerschaft abgesonderten Körper zu betrachten, ja ihnen noch besondere Lasten aufzulegen, dass dies gegen die Billigkeit und die Grundsätze der kaiserlichen Regierung verstossen würde, welche alle Bürger ohne Unterschied des Glaubens gleich achte u. dgl. Der General fand die Bemerkung richtig, versprach, sich bei dem Prinzen zu verwenden, und damit war die Sache abgethan. Doch schon am 5. Januar gelangte eine neue Aufforderung des Grand-Prevöt Charlot an die Ad mini- Strationsmitglieder, welche zugleich das Mitbringen einiger der reichsten Juden gebot; Tages darauf verfügten sie sich' zu Charlot. Dieser deutete ihnen auf wiederholten Be. fehl des Prinzen Eckmühl an, binnen 24 Stunden eine Liste aller derjenigen zur jüdischen Religion gehörigen Individuen einzureichen, welche nicht bis auf den ersten Juli hinlänglich verproviantirt seien, widrigenfalls sie selbst mit ihren Familien aus der Stadt gewiesen würden. ■ Alle