Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 12
- Article
- [Rezension] / J. Gl.
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 474 (sequence 2)
- Language
- German
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471 Rcconsionen uucl Anzeigen. porgostiegen ist. Ein Volk aber — so etwa ist der weitere Gcdankengang des Verfassers ׳— das nach einer so harten Kata- Strophe, wie das babylonische Exil, sich wieder neu zu vcrjiingen und zu entfalten vermag,, hat bereits hierdurch die beste Trobe für seine Ubivcrgänglichkeit an den Tag gelegt. Einem ähnlichen Vorjüngungsprocess gehe das heutige Israel entgegen, das zum Aerger aller Judenfeinde immer mehr an frischer Schwungkraft und innerer Macht fülle gewinne, — Daran reiht sieh ein I reit rag von G. Wolf, der unter der 1 Jeherschrift ״Zur Geschichte des jüdischen Gemeindewesens in Mähren,“ über die früheren israelitischen Gemeindezustnnile mehrere interossaute Notizen bringt. — Es folgt nun der streng wissenschaftliche und dennoch populär gehaltene Aulsatz: ״Geher Thilo, den hervorrngendsten Vertreter der jüdisch־ alexandriniselien Geistes• riehtung,“ von l)r. dock Thilo hatte unverdientermasscu das Schicksal, seihst nachdem bereits Asarjah de' Uossi auf ihn aufmerksam gemacht hatte, von der jüdischen Welt kaum dem Namen nach gekannt zu sein. Erst seitdem Zeller (Geschichte der griechischen Philosophie r>04 f.) und Frankel (im Programm zur Eröilhung des jüd.-thcul. Seminars S. 22 f.) die philosoj)hisehe und die exegetische Seite des geistvollen Alexandriners En das gehörige lacht gesetzt haben, hat sieh ihm das Interesse der jüdischen Gelehrte» immer mehr zugewendet. Unser Verfasser hat es mm unternommen, auch dein gebildeten Laien in kurzen aber scharf markirten Umrissen ein Bild der jüdisch-alexandrinischen Zeit und philosophischen Geistes riehtung vorzuführen. Ueber manche Einzeln!leiten des Aufsatzes wird auf eine frühere, im Januarhefte, Jnhrg. 18G2 dieser Mo• natsschrift. gegebene und die vorliegende wesentlich ergänzende Abhandlung verwiesen. Der Verfasser gelangt daselbst zu dem in unserem Aufsatze sieh überall wiederspiegelnden Resultat, dass Thilo vorzugsweise an dem Stoicismus angeknüpft- und dass der philonische Äoyo$ nichts Anderes sei, als der platonisch gcfärbte Xoyo$ der Stoa. Wiewohl hier nicht der Ort ist, auf die originelle Ansicht des Verfassers näher einzugehen, so können wir doch, was den letzteren Tunkt betrillt, den leisen Zweifel nicht unterdrücken, ob nicht vielmehr der philonische loyos, seinem Wesen und Begriffe nach, die fort entwickeltejedoch ursprünglich echt jüdische cotpLu der vorphiionischen Li-