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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 12 · p. Seite 446

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 12
Article
Geschichte der Juden in der Schweiz
Date
1863-01-01
Page
Seite 446 (sequence 6)
Language
German
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44G (*esc) lichte der Juden Volksversammlungen statt, Schmähschriften wurden massenhaft unter das Volk gebracht, in denen Herkommen, Religion, Charakter und Handlungsweise der Juden in scl1im[dliehster Weise dargestellt und diseutirt wurden5־*); es wurden Unterschriften zu Vorstellungen und Petitionen an den (!rossen Rath gesammelt. So rückte der Io. Mai heran, an welchem Tage das Judengesclz zum zweiten MnEe dem Crossen Käthe zur Rerathung vorgelegt wurde. Es entspann sieh eine lief■־ tige Debatte; die bedeutendsten Staatsmänner beleuchteten die Wichtigkeit der Frage und die Folgen der Ent- Scheidung nach allen Seiten, *und treffliche Reden wurden zu Gunsten der Juden gehalten. .,Ich sage Ihnen nochin als,“ sprach Feer-IIerzog. einer der angesehensten und reichsten Männer des Aargaifs, ״wenn Sie über die Juden zu klagen haben, so helfen Sie selbst; ab, indem Sie dieselben durch vollständige Gewährung aller bürgerlichen Rechte heben. 0 offnen Sie den aargauischen Ghetto, gewahren Sie die freie Niederlassung, das active und das passive Wahlrecht in cantonalen Sachen, und Sie werden mehr und mehr die Uebelstände verschwinden machen, die Juden Ln alle Rerufskreise einführen, ihre Denk- und Handlungsweise mit der unserigen assimiliren .... Der demokratische Staat; hat nicht nur ein Interesse, er hat eine entschiedene Pllicht, die Juden zu eniancipiren. Er ist auf die Gleichheit der Rechte aller seiner Angehörigen gegründet, und es würde sich schlecht ausnehmen, lur diese Gleichheit zu schwärmen und Feste zu feiern, gleichzeitig aber einen flagranten Widerspruch mit derselben, die ungleiche Stellung der Israeliten nämlich, fort und fort bestehen zu lassen.“ Zum Schluss sprach er noch die bedeutungsvollen Worte: ״Ich erkläre, dass wenn ich dieser Frage halber abberufen werden sollte, ich es mir Zeit Lebens als eine Ehre anrechnen werde, und ich hoffe, ja ich bin überzeugt, dass die Mehrzahl der Versammlung dieselbe Gesinnung theilt.“ Eben so entschieden sprach *) Zur Juden frage, Ehrerbietige Vorstellung der christl. Gemeinden Ober-Endingen und Lengnau 11. s. vv. (s, 1. e. ft,)

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