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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 11 · p. Seite 434

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 11
Article
[Rezension] / H.
Date
1863-01-01
Page
Seite 434 (sequence 2)
Language
German
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434 Recensionen und Anzeigen. neue Erscheinung, trieb ja die Poesie auf dem Felde des Talinuds, mitten unter den heissen dialektischen Kämpfen, gar manche herrlichcBlüthcn, aber nichtsdestoweniger müssen gerade jetzt, wo sich von so mancher Seite her das deutliche Bestreben zeigt, jenes tiefinnige, spccifisch jüdische Gefühl, wo und wann es sieh gewaltsam Bahn bricht, mit dem nüchternen Yerstände niederzuhalten, einer echt jüdischen Brust entströmenden Klängen zu begegnen. Ob aber Producte, die ein solches Verdienst für sicli in Anspruch nehmen wollen, wirklich‘dazu berechtigt seien, ob sie dem Namen, unter dem sie auftreten, ihrem Wesen nach entsprechen, ob endlich ihnen die Fähigkeit, dem jüdischen Volke Wärme und Liebe für seine Religion einzuhauchen, in Wahrheit innewohnt, das zu beurtlieilen muss selbstverständlich der Kritik anheimgegeben werden. Wie schon die alten Lehrer, wohl wissend, dass Lehren, die in ein populäres Gewand sich kleiden, dirccten Eingang in das Volk sich zu verschaffen geeignet sind, und wie schnell sie, je nach ihrem Werth oder Unwerth, nutzbringend oder schadcnanrichtcnd sein können, deshalb mit ihnen so vorsichtig umgingen und nicht Jeden für befähigt und befugt hielten, sich mit hagadischen Lehren an das Volk zu wenden, so ist es Aufgabe der jetzigen Kritik, auf Alles, was dem jüdischen Volke geboten wird, ein achtsames Auge zu haben. — . Indem der Verfasser des oben angezeigten Büchleins im ״Vorwort an den Leser" die Tendenz seiner Gedichte mit den Worten angibt: ״Will in deiner Brust erregen Liebe zu dem Judenthum, dass du fühlest seinen Segen und vermehrest seinen Ruhm," hat er sich eo ipso der Kritik unterworfen, die nun zu untersuchen hat, ob denn seine Klänge wirklich dazu angethan sind, jenes hohe, am Ende doch wohl allen wahrhaften Bestrebungen auf dein Gebiete des Judenthuins vorschwebende Ziel zu erreichen, oder mindestens doch ein Stück näherzubringen. Deshalb sollte der Verf. nicht so kurzweg der Kritik den Absagebrief geben, wie er es in seinem Vorworte thut. Wenn er (zwar nicht dichtet, aber) sagt: ״Wenn du aber kein Gefallen, Leser, hast an meinem Sang, lass ihn ruhig dann verhallen! schaden kann dir nie mein Klang," so ist dies ein Satz, der, trotz seiner scheinbaren Harmlosigkeit, vielleicht die schädlichsten Consequenzen in sich birgt. Denn auf ihn gestützt, könnte unser literarischer Markt mit solchen neu?־

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