Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Geschichte der Juden in der Schweiz
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 410 (sequence 6)
- Language
- German
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410 Geschichte der Juden zigen, welche über bewegliche Güter zu verfügen hatten und den armen Christen borgen konnten. Wollten sie dann aber ihr Geld zurückerstaUct haben, so klagten ihre dankbaren Schuldner bei den Eidgenossen über Wucher und verlangten, um der lästigen Mahner los zu werden, ihre Ausweisung. Diesem Begehren scheint auch im April Mbl nacligegcben worden zu sein. Im Mai hatte sich die ״Jüdiischcit“. bereits mit einem Gesuch an die Eidgenossen gewandt, ״man möchte dos ihnen ertheilte Geleit im Thurgau noch um ein oder zwei Jahre verlängern, indem sie sonst ihre Forderungen auf den armen Leuten ummchsichtlich eintreiben und damit viele in's Elend bringen müssten.u Ihr Gesuch wurde dahin beantwortet (23. Mai 1491 und 26. Januar 1492), ,,dass die Staude nicht Gewalt hätten, das für bestimmte Jahre ihnen ertheilte Geleit zu verlängern; Briet und Siegel würde man an ihnen halten, ihnen aber keine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung geben, sondern wenn ihre Zeit abgelaufen, die Sache an die Obrigkeit bringen; übrigens wolle man ihnen Nachsicht mit den Schuldnern anempfohlen haben“ 1). Es vergingen noch mehrere Jahre, ehe die Juden den Thurgau verbessert 2). Am 25. Juni 1493 lag den Eidgenoss-cn die Frage zur Entscheidung vor, ״was mit den Juden zu Rheinau anzufangen sei, da der Abt un&ufhörlich deren Fortweisung verlange, das Städtchen dagegen bitte, man möchte ihnen noch für einige Zeit den Aufenthalt gestatten“a). Die Frage wurde (9. Sept. M93) mit dem früheren Beschluss beantwortet: ״Den Juden in Rheinau nicht länger Ziel zu geben, sondern sie fortzuweisen und sie nicht mehr zu dulden“4). Dieser Beschluss wurde noch zweimal (26. November 1493 und 5. Februar 1494) erneuert, trotzdem auch die Bewohner von Rheinau sich wiederholt mit der Bitte an die Eidgenossen wandten, die Juden s) Eidgenössische Abschiede I!l, 3S4, 400. *) Irrig ist die Angabe bei Zunz, synag. Poesie, 51, dass sie schon 1491 ans dem Thurgau vertrieben wurden. *) Eidgenössische Abschiede III, 440. Daselbst 111, 443.