Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Zur Geschichte der Juden Amerika's
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 372 (sequence 12)
- Language
- German
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372 Zur Geschichte der Juden nach Cochin im J. 5326 der Schöpfung. Der König von Cochin räumte ihnen Stellen zu Häusern und zu einer Synagoge nahe bei seinem Palaste ein, damit er ihnen beistehen könne. Und cs wurde hier im J. 5000 eine Synagoge durch vier vornehme Männer gebauet: Samuel Kastial, Dawid Belia, Ephraim Salach, Joseph Lewi. Und noch befanden sie sich im Exil (Bedriuigniss) durch die Portugiesen, sie konnten nicht nach dem Gesetze leben und nicht der Nahrung an den von Portugiesen bewohnten Orten nachgehen. Bis die Holländer am 8. Januar 1663 nach christl. Zeitr. nach Cochin kamen, da wurde ihr Gemütli erleichtert, und sie lebten ruhig und friedlich mit den Leuten von Malabar. Mit Hülfe (Gottes) in Cochin, das der Höchste hoch machen wolle! Im J. 1686 der christl. Zeitr. kamen, hierher vier Manner aus Amsterdam: Moses Pereira, Isack Urgas, Abraham Burton, Isack Mukat. Dieses waren jüdische sefardisehe Kaufleute, und sie freueten sich und schrieben nach Amsterdam das ganze Verhültniss und den Mangel an Büchern. Und als die Gemeinde in Amsterdam es hörte, schickte sie der Gemeinde zu Cochin ein Geschenk an Pentateuchen, Gebetbüchern, Schulclian Aruch und andern Büchern, und die ganze Gemeinde freuete sich. Von jener Zeit ab haben wir Freunde in Amsterdam, wir schreiben ihnen und sie bringen uns bis heute Bücher, die wir brauchen. Und so gibt es hier viele Bücher, Talmüde, Midraschot und kabbalistische Werke, doch sind wir nicht sehr erfahren in diesen Werken. Aber wir halten uns nach dem Schulchan-Aruch, den Joseph Karo verfasst, und unser Minhag ist der Minhag der Sefardim. In Cochin sind wir, die weisse Juden genannt werden, das sind die Männer, die aus der Diaspora des heiligen Landes — es möge bald besetzt und aufgerichtet werden — kamen, ungefähr vierzig Häuser und eine Synagoge; mehr gibt es nicht im Lande Malabar. Es sind aber andere Juden, die schwarze Juden genannt werden, diese sind aus Proselyten und befreieten und nichtfreien Selaven untereinander zusammengeflossen, darum geben wir