Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Zur Geschichte der Juden Amerika's
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 365 (sequence 5)
- Language
- German
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Amerika’s. 365 Staaten, vor*); doch ist der Erfolg unbekannt und scheint das Gesuch nicht an die Adresse gelangt zu sein. — Die Freiheitskämpfe reiften endlich die Ideen, Die Juden hat* ten die Freiheit mit ihrem Blute miterringen helfen; Deutschland bedeulete ihnen, gleichsam als Ironie auf ihre blinde Hingebung: der deutsche Jude hat kein Vaterland. Dieses wurde schmerzlich gefühlt, und tiefer Unniuth setzte sich in Vieler Brust fest. Und als mit dör Julirevolution das Freiheitsgefühl neu aufathmete, da wurde es Vielen zu enge in der ihnen feindlichen Heimat. Dieses thaf. sich zumeist in Baiern kund, das durch sein erst unlängst aufgehobenes Matrikelgesetz und sonstige Beschränkungen dem Juden die bürgerliche Ansässiginachung ungemein erschwerte. Viele junge Männer fassten nun den Ent* Schluss, das ihnen feindliche Vaterland zu verlassen und iu dem fernen Amerika eine neue Heimat zu begründen. Dieser Entschluss wurde im J. 1830 in’s Werk gesetzt, und von da ab datirt die zweite Einwanderung der Juden •in die Vereinigten Staaten, die mit jedem Jahre sich stei* gerte, so dass jüdische Ansiedelungen soweit reichen, als^ das Gebiet der Vereinigten Staaten. Diese Einwanderer brachten, ausser ihrem frischen, durch Gottesvertrauen gehobenen Muth und ihrer unerschimpflichen Ausdauer, nur wenig mit; aber Amerika, das damals noch nicht von dem schädlichen Auswüchse der Loafer und eines wüsten,, händel- und raubsüchtigen Pöbels geplagt war, erblickte in dem Fleisse des Einwanderers hinreichendes• Kapital und genügende Bürgschaft für Gründung einer dauernden Subsistenz. Auch hatte der Amerikaner schon früh die Ansicht gewonnen, die in dem auf das Binnenland hingewiesenen und durch frühere engherzige Gesetzgebungen in der Auffassung der Handelspolitik beschränkten Deutschen erst in neuerer Zeit zum Durchbruche kam, dass der Handel einen wichtigen Zweig der Staatswirthschaft bilde und als Lebensnerv des Staates zu betrachten sei, da er die entlegenen und von einander getrennten Pulsadern mit einander ver- *) Vgl. Monatsschrift 9. Jahrgang.