Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension] / h.
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 356 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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Rccensionen und Anzeigen. 356 gefördert. Herr Pinskcr theilt nämlich im vorliegenden Werke die Resultate mit, welche sich ihm aus mehrjähriger gewissen« höfter Forschung in dem von dem gelehrten Ivaräer Abraham Firkowitsch im Jahre 1839 aufgefundenen, die prophetas postcriores vollständig enthaltenden Codex aus dem Jahre 91G, der mit von den unser!gen sowohl der Form als der Stellung nach abweichenden Vocal« und Accent/.eichen versehen ist, ergeben haben, ln dieser Darlegung der gewonnenen Resultate will der Verfasser jedoch noch nicht Vollständiges geleistet haben, sondorn sie soll nur als Vorläufer ,eines ausführlicheren Werkes über diesen Gegenstand he trachtet werden. Dieses verbietet uns auch jetzt schon auf eine nähere Analyse einz-ugehen, und wollen wir uns vorläufig nur auf einen kurzen Bericht beschränken, die nähere Bcurthcilung uns bis zum Frscheinen des vollständigeren Werkes Vorbehalten(!. Der dreifachen Abweichung gemäss, nach der die neuontdeckten Bibelhandschriften sich von unseren gedruckten Bibeln unterscheiden, zerfällt das Buch in drei Theile, in Vocalisation, Accentuation und Massora. Ueber das Voealisationssystem spricht sich der Verf. ausführlich in einer XLIV Seiten umfassenden deutschen Einleitung aus, um die aus seinen Forschungen gewonnenen Ergebnisse auch christlichen Gelehrten, denen die Kcnntniss des talmudisch-hcbräischcu Idioms abgehet, Zuganglieh zu machen. Das Acecntsystem, das für diese weniger Interesse hat, findet mir in kurzen Umrissen einen Platz; dagegen widmet er den Accenten eine eingehende und gründliehe Darstellung im hebräisch geschriebenen Theil seines Buches. Aus den beiden sich ergänzenden Theilen des Werkes ergibt sich nach der Ansicht des Verf. im Allgemeinen, dass die Vocalisation der Bibel sich mehr nach der Erklärung, als die Erklärung nach der Vocalisation gerichtet, dass wir in unseren punctirtcn Texten schon Text und Commentar, und nicht blos den Text besitzen. Auf diese theologische Streitfrage wollen wir hier weniger eingehen, da wir uns von Anfang an nur auf einen rein reforirenden Standpunkt gestellt haben. — Ferner ergibt sich, dass die so häufig in der Bibel vorkommenden Anonialien und Abnormitäten keineswegs aus Nachlässigkeit der Punctatoren entstanden, sondern vielmehr mit Absicht schon von den ältesten Punctatoren hineingebracht wurden, um bei zwei