Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Aus der Naturphilosophie der jüdischen Araber
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 337 (sequence 2)
- Language
- German
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dey jüdischen Araber. 337 auf die neueste Zeit lierab — wo an die Stelle des Atom'8 das ״Molecule“ getreten ist — so geschmeidig sich gefügt. Es muss jedoch vor Allein ein höchst wesentlicher Differenzpunkt zwischen der alten hellenischen Atomistik und jener, die wir hier im Auge haben, hervorgehoben werden. Wahrend nämlich die ersten Anhänger dieses Systems den letzten Grund der Bewegung in der Materie selbst suchten, jede Einmischung einer weltbildenden Vernunft zurückwiesen, um an deren Stelle den ״Zufall“ und die schlechtbinige ״Notliwendigkeit“ (dvdyar}) zu setzen, haben wir es hier im Gegentheil mit einer religionsphilosophischen Schule zu thun, die für die Schöpfung aus Nichts8) mit allen möglichen Beweisen auftrat, nicht nur den Urgrund aller Bewegung in Gott suchte, sondern überhaupt jedes CausalitiUsgesetz aufhob, um an dessen Stelle den jedesmaligen Willen Gottes zu setzen — wir handeln nämlich hier von der Atomistik der Mutakallimun. Ein jeder Körper, sowie das Universum überhaupt, lehrten sie, bestehe aus sehr kleinen, einander ganz gleichen, undurchdringlichen und jeder ferneren Theilimg unfähigen Substanzen, deren jede für sich keine Quantität habe, da diese, die Quantität, nur durch die Verbindung mehrerer Atome, die erst zusanimen einen Körper bilden, entstehe. — Es bleibt hier freilieh die schon von Aristoteles gegen die Atomenlehre erhobene Frage, wie es denkbar sei, Ausgedehntes aus Nichtausgedelmtem abzuleiten, so dass aus der Verbindung von Substanzen ohne Quantität und Dimension Körper hervorgehen sollten9) — 8) Wir bemerken hier gelegentlich, dass auch schon im talmud, Zeitalter über die Schöpfung aus Nichts förmlich disputirt wurde, und dass dabei der Ausdruck ברא als ein Schaffen aus Nichts gefasst wird, welches letztere auch von Saadia (Emunot I, 1), Maiin. (More II, 30; III, 10), Ihn Zadik (Olam Kalon S. 54), Nachmani (Genes. 1, 21) beliauptet, dagegen von Ibn-Esra, mit Berufung auf den Schriftvers ויברא אלהי□ את התיירים, bestritten wird. Die Stelle, die wir hier im Sinne haben, befindet sich Gen. rabba cap. 1: פוללסלפי אחד שאל רבן גמליאל אמר ליה צייר גדול הוא אלהיכם אלא שמצא סמכונים טובים ■שסייעו אוהו: חורו ובורו חשך ורוח ומים ותהומות, אמר ליה תיפח רוחיה דההוא גגרא כולהון כתיב בהו בריאה. 9) Ebenso ist dies der dritte von den vier Einwürfen, die ßaadia (a. a. 0. I, 4) gegen die Atomistik erhebt: pVHD והשלישית שאגי Frankel, Monatsschrift. XII. 9. 26