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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 8 · p. Seite 299

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 8
Article
Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
Date
1863-01-01
Page
Seite 299 (sequence 3)
Language
German
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in Speyer. 2W bevor diese erfolgt, wäre, einige Juden sieh aus .Speyer entfernen ■oder sieh vcrsU*eken wurden, sollte der Rath für einen jeden derselben zwei beliebige andere Juden als Mitbürger aufnehmen, ohne auf den Widerspruch der anderen speyer’sclien Juden zu achten, mul dessen ungeachtet das Vermögen der entwiehenen oder versteckten Juden, oder sie selbst, wo er ihrer habhaft werden würde, einziehen und so lange in Verwahrung behalten, bis die erwähnte Summe bezahlt wäre, unbekümmert um den Widerspruch irgend Jemandes, Wer den Rath hieran hindert, sollte sein heim, seine Rechte und Freiheiten verlieren, die er vom Reiche etwa hat; die Rechte und Freiheiten der übrigen speyer’sehen *luden sollten aber hierdurch keinesweges geschmälert werden. Aus diesem Mandate63) geht hervor, dass die Juden in Speyer, in Rücksicht auf die Aufnahme auswartiger Glaubensgenossen, ein gewisses Widersprurhsreeht gehabt haben müssen, weil sonst der Zusatz, dass der Rath hei der Aufnahme zweier beliebiger Juden auf den etwaigen Widersprueli derjenigen zu Speyer nicht zu achten brauche, ganz überflüssig wäre. König Ludwig der Bairr hatte sieh kurz nach seinem Regierungsantritte in Speyer huldigen lassen, und dafür der Stadt ihre alten Rechte und Freiheiten bestätigt und erweitert, hei welcher Gelegenheit er ihr erlaubte, alle Juden, die es hegehren würden, als Bürger aufzimeJimen61). Auch der damalige Bischof von Speyer, Graf Emich voll Leiningen, hatte Ludwig treue Dienste erwiesen und ihn mit Geldmitteln unterstützt. Dafür versetzte dieser ihm am 1J. Januar Ulf) für 1300 Pfund Heller die *Steuern der Bürger zu Hagenau, und, wenn diese nicht ausreichen sollten, auch den Judenzins daselbst. Noch an demselben Tage verpfändete der König dem speyerer Oberliirten für weitere 1333 Mark Silber und ein Pfund Heller die Abgaben sämmtlichcr Juden im Hoch stifte. Speyer, bis Emich oder dessen Amtsnachfolgern diese Summe zurück erstattet sein würdeei), bis zu welcher Zeit er von den genannten Juden keinerlei Steuer zu begehren versprach, und ertheilte zugleich dem 03) Siehe dasselbe in Lehman»,'s Chronik S. 701 und in Lünig, Deutsches Keiehsarehiv Mi, 478. 04) Siehe Regesten S25 ״, Nr. 3. 04) Das. Nr. 7 und 8. 23

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