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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 7 · p. Seite 267

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 7
Article
Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
Date
1863-01-01
Page
Seite 267 (sequence 13)
Language
German
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in .Speyer. 267 öffnete Mainz, wo im Jahre 1282 der Ritter llerbord von Olm55) die Juden beschuldigte, sein Enkel ermordet zu haben, liierdurch entstand ein grosser Aufruhr, und während der Erzbisehof Werner in dieser Angelegenheit auf dem Yictorsbcrgc zu Gerichte sass, war inan über die Juden hergefallen und hatte sie gefoltert, gemordet und beraubt, indess verbreitete sich diese Verfolgung auch über andere Ortschaften, und der genannte Erzbischof sah sich genöthigt, auf den 8. Sept. des gedachten Jahres eine IVovinzialsvnode nach Aschaffenburg zu berufen, auf welcher über die der Juden wegen zu treffenden Massregeln beschlossen werden sollte. Aus dem Uinstande, dass der 8 p eye rer Oberhirte Friedrich sieh ebenfalls daselbst einfand5*), lässt sich s eh dessen, dass die damaligen Unruhen an den Juden zu Speyer gleichfalls nicht ganz spurlos mögen vorübergegangen sein. Wie das Urthe.il des Erzbischofs von Mainz in der Judenangelcgcnheit ausgefallen sei, ist uns zwar ebenso wenig bekannt wie das, was in der Provinzialsynode hierüber verordnet worden ist; allein aus dem in den Annalen des Klosters Hirsau enthaltenen Befehle57) des Königs Rudolph vom Jahre 1283, worin dieser unter Belobung des en'zbiscböiliehen Urtheils bestimmt, dass alles von den Gütern der Juden Gerauhte ohne Verzug in die Iläade des königlichen Fiscalproeurators sollte abgegeben werden, gebt doch deutlich genug hervor, dass jenes Urtheil gerade nicht sehr günstig; für die Juden ausgefallen sein mochte. Nachdem aber jene Verfolgung längst aufgehört hatte, eine bl08 locale zu sein, sondern sich immer weiter verbreitete, und als die Juden einsahen, dass, obgleich sie bereits von den Päpsten Innocenz IV. und Gregor X. in den Jahren 1247 and 1274 von jenem ihnen so häufig zur Last gelegten Verbrechen des Gebrauches von Christenblut durch hesondere Bullen freigesprochen worden waren, ihnen dasselbe immer auf’s Neue aufgebürdet würde, wodurch sie in Gefahr gcriethen, ihre Habe und nicht selten ihr Leben zu verlieren, ohne dass sie bei geistlichen oder weltlichen Machthabern Schutz fanden, beschlossen viele Juden aus Worms, Speyer, Mainz, 55) Nicht von Ulm, wie Carmoly nach Scliaab (siehe dessen dipl. Gesell, der Juden in Mainz S. 58) angibt. 6*) Römling a. a. 0, I, 533. ftT) MitgetheiU von Schaab a. a. 0. S, 56.

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