Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 256 (sequence 2)
- Language
- German
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Geschichte der «Inden 2־»r» Erlnubniss, unbeschränkten Mandel zu treiben, ertheiilt, ihnen einen Bcgräbnissplatz auf kirchlichem Gebiete eingeräumt, ihnen wenigstens in erster Instanz eine eigene Gerichtsbarkeit bewilligt, ihnen Sclavon zu halten, christliche Ammen und Knechte zu miethen und das für sie unbrauchbare Fleisch an Christen zu verkaufen gestattet, und dieses menschenfreundliche, /.mir Theil sogar gegen das kanonische Gesetz und die Judenfeindliehe Gesinnung des Papstes Gregor VII. v erstes sende Beuchmen Rüdigers hat sieh er, abgesehen von seiner Parteinahme für den König Heinrich, dazu berget ragen. den Hass des Papstes gegen den Bischof rege zu machen und als gegen einen Ketzer den Bann gegen ihn zu schleudern. Bei den Wirren aber, die damals in der Kirche wie im Staate herrschten, sah Rüdiger ein, dass nach ihm leicht ein Mann von entgegengesetzter׳ Gesiunung auf den hischölliehen Stuhl gelangen könnte, durch weleben die. «luden bald der empfangenen Privilegien verlustig gehen möchten; er suchte daher mit grosser Umsicht, wie aus dein Schlüsse der obigen U!,künde zu ersehen ist, dies soviel wie möglich zu verhüten, und sorgte auch noch dafür, dass die den Juden gewahrten Begünstigungen vom Könige bestätigt, ja sogar noch erweitert wurden. Diese Bestätigung erfolgte noch drei 'Page vor dem Tode Rüdigers am PJ. Febr. iOtIO in einer Urkunde, die wir als das in solcher Ausführlichkeit, älteste deutsehe Rcichsgcsct/. hier ebenfalls vollständig in deutscher Uebcrtragung35) mittheilen wollen. Sie lautet: ,,Im Namen der heil, und uugethcilten Dreieinigkeit. Hehlrieh durch Gottes Gnade der dritte, römische Kaiser. Allen Bischüfen, Achten, Herzögen, Grafen wie Allen, die den Gesetzen unserer Herrschaft unterthan sind, sei hiermit bekannt, dass einige ,luden: Judas, der Solm des Kalonymos31־), David, der Sohn des Mesehullam, und Moseheh, der Sohn des Guthiel (Jekuthiel), mit ihren Genossen in unsere Gegenwart zu Speyer gekommen sind und gebeten haben, dass wir sie nebst ihren Kindern oder nebst Allen, welche durch sie auf die Gesetze sieh 33) Den Nachweis über die Werke, in denen diese Urkunde mitgetheilt ist, habe ich. in meinen Regesten S. 2, Nr. 7 geliefert, zu denen hier nur noch Diimgc's reg. Badensia S. 11G nnchzutragen sind. a4) Die. richtige Leseart dieses Namens findet »ich bei Kernling; Würdtwein hat Calo n in und Diitnge Calomin.