Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 7 · p. Seite 252

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 7
Article
Der Prophet Elia in der Legende
Date
1863-01-01
Page
Seite 252 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2829132-2829290-2829298-2859762--07810-2859797
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Her Prophet Elia 252 Rabbi Simo bcn Asclii, der ein schädliches Reptil vorschluckt hatte, wird von ihm geheilt1); ebenso Rabbi, dessen heftige und an hallende Zahnschmerzen er durch das Aullegen seiner Ilund liebt‘2), wie er den Rabbinen auch im Allgemeinen diätetische Vorschriften gibt, damit sie gesund bleiben3). Rabbi Kubana, der einst vom Dache eines Hauses stürzte, wird vom ihm aufgeftmgen, dass er nicht zu Schaden kam4) und gelangt durch ihn zu Reichthüinern und einer sorgenlosen Existenz5 б); letzterer Umstand wird auch von Rublui bar Abuhu erzählt0). Am sinnigsten aber ist seine Theilmihme für Fromme and Gottesfürchtige in folgender Erzählung dargestellt. Rabbi Akiba, der sieh mit dar Tochter des reichen Kalba-Schebua wider den Willen ihres Vaters vermählt hatte, lebte mit ihr, die ihr Vater in Folge dieser Ileirath verstussen hatte, in bitterster Annuth7 *}. Es war strenger Winter, so wird erzählt״), Akiba hatte mit Mühe etwas Stroh für sich und seine Frau zusaimneugetragen und versuchte sie durch Versicherungen seiner Liebe zu trösten. Da erscheint Elia als Bettler vor ihrer IlüUe und ruft liebend aus; 0, gebt mir doch ein wenig Stroh; meine Frau ist eines Kindes genesen, und ich habe nicht einmal Stroh, sie zu betten! Akiba tröstet sich und seine Frau mit dem Gedanken, dass es noch grösseres Elend als das ihrige gibt, und Elia hatte seine Absicht, die gebeugten Gemütherder Ehegatten uufzurichten, erreicht9). Ein anderer wichtiger Charakterzug, den die Hagada dieser Epoche Elia beilegt, zeigt sich darin: Der Prophet tritt als strafendes Princip auf, rügt das Unrecht und züehtigfc die Uebertrctcr der Religions- und Moralgesetze, wobei sich sein Amt als Sittenrichter selbst auf Kichtjuden ן) Schabb. 109 b. а) Jörns. Kilujim II; ISeresch. r. 33, 96. s) Gittin 70a. 4) Kidd. 40a. ö) Das: б) Baba Mezia 114. r) Vgl. Griitz, Gesell, d. Juden IV, S. 61 u. 67. *־) Eedarim 50a. *) ln der rarallelstellle Ketub. 62b, die in einigen Punkten von unserer abwciclit, fehlt dieser Zug.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.