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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 5 · p. Seite 182

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte der Juden im Mittelalter
Date
1863-01-01
Page
Seite 182 (sequence 2)
Language
German
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182 Analekten. Juden wurde scharf getadelt von einem Manne, der noch ״einen jüdischen Kopf“ hatte; es war dies der Magister der schönen Künste an der Baseler Universität, Adam Krydenwiss, der Knkcl eines Juden (II, 119, 121, 131). Aus dem Anfänge des Jahres 1478 berichtet Knebel folgende Erzählung. Ein Adliger, Johannes de Domo, der in Brunnstadt, nicht weit von Mühlhausen, wohnte, war sehr in Noth und dem Juden Isaak aus Mühlhausen sein* verschuldet, obwohl er vorgab, das Geld 'zurückbezahlt zu haben. Johannes war in kaiserlicher Acht und musste die Reichsstadt meiden. Da schrieb er mit eigener Hand dem Juden Isaak eiligst einen Brief und bat ihn, er möchte ihm in seiner Bedrängniss zu Hülfe kommen, und weil er selbst Mühlhausen nicht betreten dürfe, ihm das Geld nach Brunnstadt bringen; Zeitlebens würde er ihm für diese Hülfe Dank wissen und verpflichtet sein. Isaak las den Brief und machte sich mit einem seiner Glaubensgenossen auf den Weg. In Dudenheini begegnete ihm der edle Ritter Friedrieh zu Rhein, auch einer seiner Schuldner. Dieser spannte seine Armbrust, legte einen Pfeil auf, schoss den Juden Isaak nieder und erschlug ihn vollends. Die blutende Leiche blieb liegen und der Ritter führte den anderen Juden gefangen mit sich fort. Diese That geschah sechs Tage vor St, Ulrich. Desselben Tags zu derselben Stunde sind in Ensislieim alle Juden — man weLss nicht warum — gefangengesetzt worden. Zu gleicher Zeit wurden auf Befehl des Herzogs Siegesmund im Sundgau alle Juden, Jünglinge und Jungfrauen, Säuglinge und Greise, gefangengesetzt (II, 169). Das ist keine Gerechtigkeit! schliesst der Abt die Er zählung. Dr. M. Kayserling. Zur Geschichte der jüdischen Aerzte. *) Von Dr. M. Ivayaerliri״:. Frankfurter Aerzte. In dem vierzehnten Jahrhundert, in welchem die Frankfurter Juden nicht blos eine rechtlich gesicherte Stellung, sondern *) Vgl. Monatsschrift 1862, 8. 350.

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