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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 5 · p. Seite 181

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte der Juden im Mittelalter
Date
1863-01-01
Page
Seite 181 (sequence 1)
Language
German
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Analckten. 181 Zut Geschichte der Juden im Mittelalter (1476 ff.)• Der Kaplan Johannes Knebel in Hasel verzeichnete nach Art der damaligen Geistlichen die denkwürdigsten Bogcbenheiten, ■welche sich wahrend seines Baseler Aufenthaltes in den Gegenden seines Wohnortes zugetragen gleich nach geschehener That. Seine Chronik, vor einigen Jahren zum ersten Male gedruckt (Hasel 1851, 1855) und wegen der objeetiven vorurthcilsfreien Haltung sehr geschätzt, enthält auch Einzelnes über die Juden. Wir thcilen das Wesentlichste hier mit. Gegen Ende des Jahres 147(1 gebot der Kaiser Friedrich bei hoher Strafe, aus der Stadt Reutlingen alle Geistlichen auszutreiben, die von dem Anhänge des Herrn Ludwig von Freibürg waren. So geschah es. Nachdem also am Morgen die Priesterschaft ausgewandert war, kehrten auf denselben kaiser״ liehen Befehl nach Tische (post prandium) die Juden wieder in die Stadt, woraus sie früher vertrieben worden waren (il, 95). Als die Sohwcizertruppen nach Ensisheim (im Eisass) kamen, erhoben sie sieh wider die Juden mul raubten ihnen so viel sie konnten. Da war einer der Vornehmen unter ihnen, der, als der Sturm sich erhob, seinen Schatz in das dortige Schloss flüchtete. Als die Verbündeten dies erfuhren, rückten sic vor dasselbe und forderten den Burgvogt auf, ihnen das in Sicherheit Gebrachte auszuliefern, wenn nicht, so würde das Schloss erstürmt, und dann Alles, was gefunden würde, nicht nur des Juden Eigcntlium, sondern auch des Burgvogts Eigenthuin, zur Beute. Der Art in Schrecken versetzt, lieferte derselbe alles von dem Juden niedergelegte Geld und Gut den Raubgierigen aus. Also verfuhren die Schweizer an allen Orten gegen die jüdischen Einwohner,, in Colmar und Schlcttstadt und sonst im Eisass, wo ein reicher Schatz von Gold, Silber, Kleinodien, verpfändeten Kleidungsstücken weggenomincn wurde. Wo sic auch jüdische Bücher und Schriften fanden, wurden diese zerrissen und verbrannt. Zu Anfang des Jahres 1477 fuhren zwei Wagen durch Basei, die mit der von den Juden irn Eisass erhobenen Beute schwer beladen waren. Es waren silberne und goldene Gelasse, auch andere Gegenstände aus Erz; Alles wurde in Bern vortheilt. Das ganze wilde Benehmen der Schweizer gegen die

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