Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Jüdische Dramen der Gegenwart [Rezension]
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829290-2829295-2859517--07610-2859564- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
130 I)cr Aristoteliamus in der jiid. sam zwei Welten, die jüdische mul die classisdie Einfachheit und Vielgestaltigkeit, Natur und Kunst die Hand, diese bargt die Form, jene den Inhalt von der anderen, und so rücken sie zusammen, gehen in einander über und werden eins. Damm ist es eine freudige Erscheinung, dass jenen Temlenzdramen gegenüber, die wie die Filze gleichsam über Nacht aufgeschossen sind und wuchernd um sieh greifen, diese jüdischen Geschichtsdramen als echte und rechte Kunstwerke wieder uuftaueheu. Denn gerade solche Dichtungen, die einfach, ahne Tendeuznmcherci, ohne Phrnsengoklingel uuflreten, linden am ehesten den Weg zum Herzen; ohne Effect machen zu wollen, schlagen sie seine höchsten und tiefsten Tasten mit gleicher Krall, mit gleicher Wirkung an. Das Tendenzdrama helft und singt die Freiheit herbei; aber wie oft ist dieser sehrille Ilerzenssclirei eines gedrückten Volkes schon erklungen, um liier überhört, dort überülubt zu werden! Möbius rollt ein ebenso tragisches als erhebendes Bild aus der Geschichte auf und zeigt den Mamiesmuth, die Spannkraft und Gnttergehenheit dieses grossen Volkes, das wir selbst im Falle noch bewundern■ und beneiden. Schmähe nur Einer dieses Volk, zweifle nur Einer an der Tugend und Tüchtigkeit, an der göttlichen Lebenskraft, die ihm eingeboren ist, ein Blick auf die Geschichte wird ihn vorstummen machen, und an ihrem Panzer werden die Pfeile der Dummheit lind der Bosheit ohnmächtig׳ abprallcn. Denn die jüdische Sache hat keinen lebendigeren Zeugen, keinen beredteren Fürsprecher, als die Geschichte. A. P>. Was hat den Aristotelismns in der jüd. ßeligions- Philosophie des Mittelalters so populär gemacht? Von Dr. .A.. Sch1me<il, K.abbiner zu Prossnitz. Unter allen Philosophen Griechenlands hat keiner eine solche Popularität erlangt innerhalb der Denkerstuhen jüdischer Forscher aus der arabischen Schule, als der grosse Lehrer des