Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 11
- Article
- [Rezension] / K.
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 441 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensionen and Anzeigen, 441 mäern in das eigentliche Arabien gekommen. Es kommt im Hebräischen vor und bedeutet Heide (!), wird aber in ■einigen Stellen mit Heuchler übersetzt, andere Male mit gottlos. Es scheint, dass es überall einen Menschen bedeutet, der nicht an die wahre Religion glaubt und entweder ein Freigeist oder einer anderen Religion zugethan ist. Auch im Syrischen hat es diese Bedeutung. Die Heiden werden Hanyf genannt und aucli Julian der Abtrünnige. Hanyf wäre also eine schimpfende Benennung, und es ist nicht wahrscheinlich, dass sich die Secte dieselbe selbst beigelegt hat. Sie wurden wahrscheinlich von den Juden und Christen Freigeister, Abtrünnige und Heiden genannt, weil ihre Glaubensarisichten viel freier und lebevoller, zugleich aber mit heidnischen Irrthümern gemischt waren. Die Hanyfe selbst aber wussten in dieser Benennung einen löblichen Sinn zu finden und gewannen gerade dadurch, dass sie von den Jaden für Ketzer gehalten wurden, einen Anhang unter den heidnischen Arabern. Unter den arabischen Autoren erklärten es die Einen durch reinigend, im koranischen Sinne Gott rein und ausschliesslich verehren, während es Andere also auslegen: Hanyf ist derjenige, welcher sich von allen Religionen ab wendet und der Religion der Unterwerfung (Islam) zuwendet. Abrahamitische Cahier heissen die Hanyfe, weil sie den Abraham als Gründer ihrer Secte ansahen und ihm ihre Offenbarung zuschrieben. In diesem Sinne spricht auch Gott im Koran 16, 121—124 zu Mob.: Abr. bildete ein gottergebenes Volk, indem er Hanyf war, und er betete kein Wesen ausser Gott an — — Wir haben uns dir ge offenbart, auf dass du der Lehre des Abr. als Hanyf folgest; er gehörte nicht zu denen, die neben Gott andere Wesen verehren. Auch an anderen Stellen wird Abr. als Gründer der Hanyferei dargestellt und dem Moh. befohlen, ihr beizutreten, Es war sehr natürlich für die Hanyfe, die gegen den Götzen- und Heiligendienst eiferten, den Abr. als den Stifter ihrer Lehre anzusehen, denn er galt seit alten Zeiten als der Hauptträger der Einheitslehre. Die Lehre der Iianyfen entsprach dem damaligen Bedürfnisse der Araber und Viele, deren Namen uns verloren gegangen sind, mögen sich zu ihr bekannt haben. Alles über die Hanyfen, deren Namen wir kennen, in den ältesten Quellen Mitgetheilte, stellt nun Spr. zusammen, um den Leser in den Stand zu setzen, über die jedenfalls in hohem