Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Dr. Bernhard Beer
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 415 (sequence 11)
- Language
- German
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415 Dr. Bernhard Beer. den Segenssprächen Jakobs und Mosis seinen Nachkommen zu Theil gewordenen Verheissungen als noch nicht ganz in Erfüllung gegangen. Der erste Eroberer Palästina’s, Josua, war josephinischer Abkunft; nicht minder .der Stifter des Reiches der zehn Stämme, Jerobeam. Nach Andeutungen in dem älteren midraschischen Midrasch sah man ferner damals der Erlösung der zehn Stämme und deren Wiedervereinigung mit dem jüdischen Hauptreiche mit Zuversicht entgegen. Die mehr oder weniger dunkle Kunde von selbstständigen israelitischen Stammesgenossenschaften unter eigenen Häuptlingen in verschiedenen Weltgegenden, besonders in Arabien, schon zur Zeit des zweiten Tempels oder bald nachher, liess daher die Idee Boden gewinnen, dass die zehn Stämme, für deren Abkömmlinge man jene hielt, unter einem von Gott aus ihrer Mitte erkorenen Anführer sich wieder erheben und nach hartem Kampfe dem Mutterlande würden, zurückgeführt werden. Dieses also Ursprung und Unterläge der Sage von einem Messias, dem Sohne Josephs. ׳— Dieser Heros wird aber schon in den früheren Midraschim als Repräsentant Josephs mit Beziehung auf Dem teron. 33, 17 der ,,Stier“ oder der ״Zweihörnige“ כעל .קרנים genannt. Als daher Muhammed die Juden für sich gewinnen wollte, stellten sie an ihn drei Fragen, sänimtlich hagadisch-dogmatischen Inhalts, darunter eine über ״Du’ lkarnein“. Sie wussten aus einer älteren Tradition, dass ihnen einst ein Befreier unter dieser Bezeichnung erstehen, ausserordentliche Dinge vollführen, Gog und Magog besiegen werde u. s. w. Unter Du’ lkarnein, ״der Zweihornige,“ ist also Messias, der Sohn Josephs, gemeint. Dieses die Grundzüge des inhaltreichen Aufsatzes, der noch mehr als durch die Lösung der angeregten Frage über Du’ lkarnein durch den versuchten Aufschluss über den räthselhaften, von Manchen sogar für apokryph gehaltenen Messias, den Sohn Josephs, von ungemeiner Wichtigkeit ist. Beer bewegt sich auf geschichtlichem Boden, seine Argumente, auf die wir hier nur verweisen können, sind schlagend; es ist ihm das Verdienst zuzu-