Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension] / K.
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 361 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829276-2829286--07120-2859018- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Recensionen und Anzeigen. 361 lichkeit Luria's, sondern auch ein eben so klares Zeitbild vor uns zu entrollen. Die Arbeit des Herrn K. verdient um so grössere Anerkennung, als sie in einem Orte abgefasst, der, weitab von der Metropole Böhmens gelegen, jeder wissenschaftlichen Beschäftigung die misslichsten Hindernisse in den Weg legt — nur durch die Munificenz seiner gelehrten Freunde in Prag, denen der Herr Verfasser öffentlich dankt und von denen Ref. seinerseits die Gelegenheit benutzend, nur den so bescheidenen wie gelehrten Ii. Koppelmann Lieben — den Verfasser des Gal- Ed — hier nennt, da auch er das liebevolle, jedes Wissenschaftliehe Streben fördernde Wesen dieses Mannes an sich erfahren' — die ihm ihre Bibliotheken zur Verfügung stellten, sah er sich in den Stand gesetzt, seine Arbeit zu vollenden. —. Nur eins möchten wir dem geehrten Verfasser, der allein unter den jüngeren Rabbinen Böhmen’s wissenschaftliches Streben bewährt, zur Erwägung anheimgeben. Die Gegenwart sieht zunächst jede Leistung auf den Inhalt an, nicht minder aber gilt heute die Formschönheit; je gediegener der Inhalt, je ersichtlicher der Fleiss, das ernste, redliche Mühen, desto unangenehmer fühlt man sich durch den Mangel an Formvollendung berührt. Bei grösserer Sorgsamkeit und strengerer Feile dürfte es dem Ver^ fas8er leicht werden, in ansprechenderer, abgerundeterer Weise seine zukünftigen Arbeiten dem wissenschaftlichen Publikum vorzulegen. — Schmied ei'8 und Ehrentheil’s Beiträge sind mehr feuillefonistisch, doch in ihrer Weise auch lobwürdig. Die biographische Skizze Fould’s wie die Jahresschau — beide von dem Herausgeber — sind recht gewandt geschrieben und bekünden recht hübschen redactionellen Tact. Schliesslich sei an Herrn P. der Wunsch ausgesprochen, fortan den Anekdotenkram wegzulassen und an seiner Statt etwas Nützlicheres dem Volke zu bieten. Es bedarf solcher Schnurren nicht, um den Juden, und obenein durch Juden, von dem gesunden Witze unseres Volkes zu überzeugen; gewiss werden die meisten seiner Leser für diese Abänderung seines Kalenderprogramms ihm nur Dank K. wissen.