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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 9 · p. Seite 360

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 9
Article
[Rezension] / K.
Date
1862-01-01
Page
Seite 360 (sequence 1)
Language
German
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360 Recensionen und Anzeigen. Illustrirter israelitischer Volkskalender für das Jahr der Welt 5623. Herausgegeben von Jakob Wolf Pascheies. Eilfter Jahrgang. Prag 1862. Riehl macht in seinen ״ Gulturstudien" in dem Aufsätze ״über den Volkskalender des achtzehnten Jahrhunderts" auf den Unterschied zwischen der heutigen Art der ״Kalender- Schreiber" und der vergangener Zeiten aufmerksam. ״Noch im vorigen Jahrhundert (so ungefähr — wir citiren aus dem Gedächtnisse — äussert er sich daselbst) hatten sämmtliche deutsehe Kalender nur eine Physiognomie — allesammt standen sie auf dem Boden der bildungslosen Masse — heute haben alle politischen, mehr noch kirchlichen Parteien ihre tendentiös-gefärbten Kalender, denn heute möchte jeder Literat die Masse für seine Ansichten gewinnen, nach seiner Individualität bilden." Bel dem lebhaften Bildungs- und Wissenstriebe der Juden konnte es nicht fehlen, dass jüdische Schriftsteller und Verl6ger zu diesem modernsten Mittel, den Volksgeist zu heben und aufzuhellen, Sinn und Interesse für Wissenschaft und Geschichte des Judenthums in den weitesten, den gelehrten Fachschriften unzugänglichen Kreisen zu wecken, griffen. Die jüdischen Kalender sind uns in der Gleichartigkeit ihrer Richtungen und Ziele ein erfreuliches Zeichen für die bei aller Bildungslust dennoch gleichartige religiöse Physiognomie der weitaus grössten Masse der heutigen Judenheit. Alle, von Werthheimer — der sich hinsichtlich seines Inhaltes dem deutschen Kalender Auerbach’s wohl an die Seite stellen darf — bis herab zu dem hier in Rede stehenden, sind redlich bemüht, in ihren mehr oder weniger wissenschaftlichen Beilagen das Volk zu bilden, alle aber sind von demselben warmen Sinne für das positive Judenthum wohlthuend beseelt. — Dem wackeren, jungen Pascheies gelang es, diesmal eine wissenschaftliche Arbeit für seinen Kalender zu gewinnen, die auch in einer wissenschaftlichen Zeitschrift in allen Ehren sich hätte sehen lassen können. Der durch sein ״Leben Jonathan Eibenschütz’s“ — ein von dem sei. Dr. Beer in dieser Monatsschrift seiner Zeit nach Gebühr gewürdigtes Werk — bereits bekannte Rabbiner Klemperer steuerte nämlich eine Biographie Salomon Luria’s (כיהר״של) hei. Mit liebevoller Ver- Senkung in die zumeist talmudischen Quellen gelang es dem Verfasser, ein recht anschauliches Bild nicht blos der Person-

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