Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension] / M.
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 354 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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354 Recensioneir und Anzeigen,!ecensionen imd Anzeigen. Rom und Jerusalem, die letzte Nationalitätsfrage.; Briefe und Noten von M. Hess. Leipzig. Eduard; W engl er. 1862; (Fortsetzung und Scliluss.) Folgen wir jetzt dem so fixirten Grundgedanken des Ver-. fas8er8 iii seiner Anwendung auf die concreten Verhältnisse, so ist es leicht, des Verfassers Verhältnis8 sowohl zum Christenthume, als auch zu den religiösen!Parteien innerhalb des Judenthums zu erkennen, wie es nicht minder leicht-ist, sein Urtheil über die. sociale Höhe, auf welcher die jetzigen Culturvölker stehen, zu begreifen. Was zunächst das Christenthum betrifft, so erkennt er dessen weltgeschichtliche Bedeutung an und beruft sich, auf die neueste Darstellung der Entstehung des Christenthums, welche Grätz in der zweiten Auflage des dritten Bandes seines Ge- Schichtwerkes gegeben, um daran zu zeigen, dass der echt jüdische, wie Hess sagt, patriotische. Sinn einen Geschichtsfor- : scher nicht hindert, das Christenthum unbefangen zu würdigen. Näher besteht für Hess die weltgeschichtliche Bedeutung des Christenthums darin, dass es dem die Mannigfaltigkeit der Welt selbst als göttlich verehrenden Heidenthume, nachdem dieses politisch und social Schiffbruch gelitten hatte, und demnach in der Stimmung war, statt göttlicher, harmonischer Einheit vielmehr Disharmonie und Un göttlich es in der Welt zu finden, als Zuflucht .und Trost den jüdischen Gott und die jüdische Weltan schaumig brachte, wobei freilich im Geiste und Munde der. Ueberbringer die jüdische Anschauung selbst sich modificirte, indem auch sie das Weltliche dem Göttlichen entgegensetzten, das Weltliche als das Sündhafte, das Göttliche als jenseits der Welt fassten. Die Arbeit der Weltgeschichte geht aber nach Hess dahin, das Göttliche immer mehr als ein Diesseitiges, als ein der Welt Immanentes zu begreifen. Und da das gerade von vornherein Anschauung des Judenthums war, da das J.udenthum nie, wo es sich5 selbst kannte, in dem Weltlichen das Ungöttliehe und Unheilige sah, sondern die Welt seihst als das heilige Product eines heiligen Schöpfers gefasst wissen wollte, so war . : es durchaus natürlich, dass ein Jude (Spinoza) das Signal gab,