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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 9 · p. Seite 328

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 9
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 328 (sequence 4)
Language
German
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328 Dr. Bernhard Beer. : Ueberzeugung allerseits durchdringe uhd erstarke? wie weder in einem Systeme, das jeden unbegründeten und minutiösen Gebrauch symbolisirend festhalten oder wiederherstellen mochte, noch in einer sich überstürzenden, alles Herkömmliche lavinenartig niederreissenden Exegese, Heil für die israelitische Religion zu finden sei. — ״Kein Judenthum ohne Wissenschaft und Erkenntnis8, kein Judenthum ohne gottesfürchtigen Sinn;" dies sind die Losungsworte, denen gegenwärtige Briefe ihre Entstehung verdanken." Diese Briefe sind an einen Freund gerichtet, dem die jüdische Literatur veraltet scheint, und als nach keiner Seite Belehrung und Erhebung bietend. Wir heben, mit Uebergehung des Speciellen, das weiter Erwähnung finden wird, die religiösen Anschauungen des Verfassers hervor. ״Da Sie mir — sagt er— volle Freiheit liessen, Ihnen meine Ansichten ausführlicher mitzutheilen, so werde ich etwas weiter aus holen. Wesen und Bedeutung einer Sache werden häufig darum unklar aufgefasst, weil man übersiehet, dass der betreffende Gegenstand an sich Ausfluss einer Idee oder einer Thatsache ist, von welcher man sich erst ein ganz klares Bild verschafft haben muss, ehe man die daraus entwickelte Folgerung richtig zu beurtheilen im Stande ist. — Nun ist jüdische Wissenschaft und Literatur A us f 1 u s s des Judenthums. — Worin bestehet aber das Wesen des Judenthums? — In welcher unzertrennlichen Beziehung stehet dasselbe zu einer unversiegbaren Ausströmung in Worten und Schriften? Dies sind die Fragen, deren Beantwortung vorerst erforderlieh wird. Betrachten wir die vier verschiedenen hauptsächlichsten Modalitäten der Auffassung des Höheren und Göttlichen bei ganzen Völkerschaften oder Gesammtmassen, das Heidenthum, das Chri.stentlium, den Islam, das Judenthum, so wird sich, je nach Massgabe ihres Wesens, auch eine 8p e eifisch 6 Verschiedenheit in ihren Manife Störungen oder Kundgebungen wahrnehmen lassen. r Das Heidenthum nimmt die Materie zum Ausgangspunkte. Die Gottheit ist ihm etwas Körperliches, Anschauliches oder Tastbares, das es sich als Fetisch, als Himmelskörper, als Thier-

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