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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 8 · p. Seite 318

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 8
Article
[Rezension] / M.
Date
1862-01-01
Page
Seite 318 (sequence 2)
Language
German
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318 Recensionen und Anzeigen. men, den Verfasser eine Stünde früher zu bekämpfen, als man ihn verstanden hat. Denn wie Referent gleichfalls nicht ansteht zu gestehendas Verständniss des vorliegenden Buches ist zwar keine schwierige Aufgabe, aber doch immerhin eine Aufgabe. Der Grund ist einfach der, dass sich der Verfasser nicht adäquat dargestellt hat. Nicht dass es dem Verfasser an stilistischen Mitteln gebricht — wir sagen im Gegentheil nicht zuviel, wenn wir ihn einen meisterhaften Stilisten nennen — aber die Briefform, so sehr sie auch geeignet ist, den behandelten Gegenstand vor Trockenheit zu schützen, und so sehr sie es auch selbst dem gewöhnlichen Leser ermöglicht, die Hauptpartien des Buches kennen zu lernen, spinnt doch nun einmal den Gedankenfaden in anderer Weise ab, als die wissenschaftliche Darstellung es thun würde. So erscheint der sich durchziehende Gedankenfaden bisweilen abgerissen, und man hat Mühe, den Wiederanknüpfungspunkt zu finden. Versuchen wir daher nur vor Allem, den Grundgedanken des Verfassers zu fhdren. Der Verfasser ist ein Anhänger des Natianalitätsprincips, das er aber keinesweges auf das politische Gebiet im engeren Sinne beschränkt. Vielmehr ist ihm die Nationalität, oder genauer die. Race der fruchtbare Boden, der Mutterschooss, aus dem alle Schöpfungen, die für. die Menschheit Bedeutung haben, hervorgehen. Darin stimmt er mit Renan überein, der die Spraeben wie die Religionen für Racenschöpfungen erklärt. Mit dieser Anschauung hängt ihm nun natürlich wiederum die andere zusammen, dass die Racenverschiedenheiten ursprüngliehe sind. Die Geschichte hat nach Hess die Verschiedenheit der Racen nicht hervorgerufen, sondern umgekehrt, die Geschichte beginnt mit der Racenverschiedenheit und nur in ihrem Ziele drängt sie auf Einheit der Racen, d. h. auf ein harmonisehes Zusammenwirken derselben hin. Der letzte (Wissenschaftliehe) Grund für die Annahme ursprünglicher Racen ist in einer dem Verfasser eigentümlichen Weltanschauung zu suchen, auf die wir hier, weil sie in dem Buche nur angedeutet, nicht entwickelt ist, nicht eingehen können. Wenn die heilige Schrift die ursprüngliche Einheit des Menschengeschlechtes lehrt, so erklärt das der Verfasser in seiner Weise so, dass der Geschichtsplan, der Zweck, das Endziel, dem Geiste des jüdisehen Volkes von vornherein vorgeschw:ebt habe. Ja, diese An-

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