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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 7 · p. Seite 277

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 7
Article
[Rezension] / W-ll-
Date
1862-01-01
Page
Seite 277 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Recerisionen und Anzeigen. 277 Recensionen and Anzeigen. Prinz un d Derwisch oder dieMakamen Ihn Chisdai’s von Dr. VW. A. M ei sei, Ober-Rabbiner in Pest. Zweite durchaus .umgearbeitete Auflage, mit 4 grossen und mehreren kleinen Illustrationen. 8. 311 8. Pest. Johann Herz. 1860. Der Zweck und das Streben des Verfassers vorliegender Heb er setzung, den Makamen Chisdai’s in der deutschen Literatur einen, wenn auch nur bescheidenen Platz zu gewinnen, verdient Anerkennung; seine selbstquälerischen Vorwürfe, die er im Falle des Misslingen8 seiner Hoffnung in der Vorrede ausspricht, sind nicht ganz gerechtfertigt. Ref. kann zwar mit dem Herrn Heb ersetzen sich nicht darin einverstanden erklären, dass darum ein Werk das Bürgerrecht in der deutschen Literatur verdiene, weil es vor Jahrhunderten dem Geschmack der Griechen und Araber und unseren Vorfahren im Mittelalter zugesagt hat: hiergegen könnte man einwenden, das Alter macht zwar ehrwürdig, aber auch kraftlos- Nichtsdestoweniger muss man, sollten auch von Seiten des christlichen Deutschlands vorliegende Makamen nicht die vom Heb ersetz er gewünschte Beachtung und Aufnahme finden, aus Pietät gegen den frommen R. Chisdai dem Herrn Verfasser Dank wissen, dass er, um dessen ernstes Lehrgedicht unserer Zeit zu vermitteln, die mühevolle Arbeit nicht gescheut hat. Der Inhalt des Lehrgedichtes ist, wie gesagt, ein ernster, wie alle Erzeugnisse echt jüdischen Geistes; die Nichtigkeit des Llos auf irdische Güter gerichteten Strebens ist das Grundthema, das in den verschiedensten Variationen abgewandelt wird. Die einzelnen Betrachtungen sind lose aneinandergereiht durch den Faden einer sehr einfachen Fabel. Dem Werke kann nicht der Vorwurf einer zu düstern Lebensanschauung gemacht werden; das Leben wird nicht verachtet, sondern richtige Anwendung der Zeit und richtige Werth- Schätzung der irdischen Güter gegenüber dem Streben nach Wahrheit und Erkenntniss ist der Vorwurf für die oft mit Witz und bunten Erzählungen ausgeschmückten Predigten des weisen Derwisch. Aber Referent fürchtet, dass das Werk an einem andern Fehler leide, dem gefährlichsten für poetische Productionen, an dem, den der orientalische Dichter treffend in den Worten schildert: Frankel, Monatsschrift. XI. 7. 21

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