Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Eine neue Erklärung des dritten der zehn Gebote
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 2)
- Language
- German
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des dritten der zehn Gebote. 267 2. B. Mos. 20, 2, aber kürzer thut), bemerkt aber bei dem dritten den schwachen Grund, ״dass man den Namen Gottes nicht verächtlich behandle, z. B. durch falsches Schwören;“ es ist dies bei so ungemein wichtigen Geboten, die, wie mit Recht von Anderen1) behauptet wird, die Grundlage Und den Complex des ganzen Gesetzes enthalten, gewiss ein sehr schwacher Grund, während das Verbot, den Namen Gottes verächtlich zu behandein, an anderen Orten viel deutlicher und schärfer ausgesproehen wird (so 3. Mos. 21, 6; 22, 32); und beim Namen Gottes nicht falsch zu schwören, wird anderwärts mit dem passenden, unzweideutigen Ausdrucke (נשפע) viel deutlicher gegeben; z. B. 3. Mos. 19, 12, wo das הלל der obigen Stellen durch das נשבע לשקל genauer erklärt wird2). Versuchen wir deshalb eine angemessenere Deduction, wie in folgerechter Abstufung ein Gesetz aus dem andern fliesst, und es wird sich (nebst noch anderen Belegen) die Riehtigkeit der obigen Uebersetzung von selbst ergeben. I. Zuerst wird der Grund- und Hauptsatz aufgestellt: ,,Es ist ein Gott.“ Auf dieser breitesten Grundlage alles Glaubens bauet sich das ganze Gesetz symmetrisch weiter, wie sich Ihn Esra zu 2. Mos. 20,1 ausspricht: והנה זה הדבור הראשון הלא עיקור כל התשעה הדברים הנכתבים אהריו ירכו': והנה זה הדבור הראשון שאמר השם הנכבד כולל כל מצות הלב והלשון והמעשה וכר: הדבור הראשון הוא היסוד ועליו כל בניני המצות וכו'. — Aber wohlweislich ist nicht der vage Begriff: ,,Es ist ein Gott“ hingestellt, sondern der concrete, in die Weltordnung und deren Leitung praktisch eingreifende Gott, welcher Israel, dein vor Allem das Gesetz am Sinai galt, und das ja selbst dabei lebte, aus Egypten erlöste, und in diesem Nachsatze: אשר הוצאתיך 13 Bemidbar rabba cap. 13 (fol, 254a) und cap. 18 (fob 272a); Kosri (I, 88), Rasclii zu 2. Mos. 24, 13 und Elia Misrachi zu 2. Mos. 21, 6; Abarbanel zu Mischpatim; Kimehi zu Jerem. 7, 22. Der Verf. des מאמר השכל stellt sein ganzes Werk auf diese Annahme. 2) Psalm 24, 4, wo der Ausdruck נשא לשוא auch vorkommt, beweist nichts für die beregte Stelle, und ist kaum als Parallelismus dafür sprechend, weil ■der zweite Hemistych des Verses zum ersten sich so verhält, dass dem נקי כפים das אשר לא נשא לשוא נפשל und dem בר לבב das ולא נשבע למרמה entspricht; vgl. damit Bereschltk rabba cap. 59, fol. 65c; ßdiemoth rabba cap. 4, fol. 122c, wo der Ps. auf Abraham und Mose bezogen wird.