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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 7 · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 7
Date
1862-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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dm großen Massen der Gebildeten und des Volkes die Duldsamkeit und die freie Auffassung vorherrschend werden, je mehr man sich aber dabei zürn Bewußtsein bringt, daß man nicht wieder in dm Fehler verfallen dürfe, die ganze historische Vergangenheit zu mißachten und sich luftige, auf der bloßen Zeitströmung dahinfahrende Systeme zu bilden: desto entschiedener 'tritt der Werth der allseitigcn, unbefangenen, vorurtheilslosen Bibelforschung hervor, und wird sie zu einem allgemeinen Bedürfniß. "י Aus diesen Ansichten ist das Bibelwrrk hervorgegangen, welches hiermit in einer dritten Ausgabe und für eine allgemeine Verbreitung geeignet, dem Publikum vorgelcgt wird. Wir hatten uns indem Commentar die Aufgaben gestellt: 1) eine Geschichte der Bibelauslegung dadurch zu geben, daß bei jeder wichtigen oder zweifelhaften Stelle die Erklärungen der früheren Commentatoreu aller Zeiten und Religionsparteien, also der alten Versionen, der jüdischen Tradition, der kirchlichen Auffassung und der Bibelerklärer angeführt werden; 2) über die Lokalitäten, die Naturgegenstände, die Völkerschaften, deren Sitten und Geschichte, und die einzelnen Begebenheiten die Resultate der neuesten Forscher und Reisenden darzustellen; 3) auf dieser Grundlage, mit Hülfe der besten linguistischen Ergebnisse und nach dem vorherrschenden Grundsätze, die Bibel voxzugsweise aus der Bibel selbst zu erklären und überall den inneren Zusammenhaug zu befragen, das richtige Verständniß selbstständig zu eruiren und zu vermitteln; '4) das in der Bibel zerstreute Material, soweit es einzelne wichtige Gegenstände, ' z. B. die Gesetze betrifft, an geeigneten Stellen zusammenzustellen und gewissermaßen systematisch zu behandeln. — Hierbei, sowie in Betreff der einzelnen Bücher, auß ,welchen die heilige Schrift besteht, trat die große Schwierigkeit herein, welche die moderne Kritik durch die außerordentliche Verschiedenheit ihrer Ergebnisse und Annahmen, durch die Flnth von Hypothesen, durch die Leichtigkeit, mit welcher sie auch ans kleineren, äußerlichen und scheinbaren Momenten die Abfaffungszeit, den Verfasser und die Zusammengehörigkeit jedes einzelnen Buches' in seinen Theilen beurtheilt, bereitet hat. Der Untersuchung selbst über diese Fragen kann man sich nicht entziehen, da von deren Beantwortung nicht blos das Verständniß der ganzen Bücher, sondern auch vieler einzelnen Stellen abhängt. Es galt hier, nach beiden Seiten hin,unparteiisch zu verfahren, der Ueberlieferung ihr Recht nicht zu versagen, aber ihre Richtigkeit vorurtheilslos zu untersuchen; jedoch ebensowenig der Hypothesensucht sich hinzugeben und nur die unzweideutigen Ergebnisse der wissenschaftlichen Kritik als gesichert anzunehmen. Auch hierbei leitete uns die Ansicht, daß es mehr daraus ankomme, die Idee und Tendenz sowie den inneren organischen Zusammenhang eines Buches zu ergründen und als Maßstab der kritischen Beurtheilung anzulegen, als einzelne Sprachschwierigkeiten, kleinere Widersprüche in den Facten, der Chronologie und Genealogie als die eigentlichen Hebel der Kritik zu betrachten. In der Uebersetzung suchten wir die beiden Grundsätze zu vereinigen, dem Orginale möglichst sich anzuschmiegen, und dennoch dem deutschen Sprachgeiste keine Gewalt anzuthuu. Es konnte hierbei nicht überall gleichmäßig verfahren werden. Da, wo ein ganz genaues Verständniß des biblischen Ausdrucks in dogmatischer und geschichtlicher Beziehung von vorwiegender Wichtigkeit und der mindest alterirte Sinn des Originals wünschenswerth war, mußte das Streben nach Treue vorherrschen; während an anderen» namentlich poetischen Stellen dem Geschmack und der Schönheit im deutschen Ausdrucke genügt werden könnte. Das vorliegende Bibelwerkist demnach!nicht allein für den wissenschaftlichen Forscher bestimmt, wenn es auch für diesen ein großes Material, gegen frühere ähnliche Werke, z. B. aus'den Schatzkammern der jüdischen Schriftauslegung und aus den Berichten der neueren Reisenden vielfach bereichert, heranbringt. Vielmehr soll es jedem Gebildeten, welchem eine genauere Kenntniß und ein umfassenderes Verständniß der h. Schrift zu erwerben am Herzen liegt, namentlich den Geistlichen und Lehrern eine willkommene und zu steter Einsicht bereite Gabe sein. Zu diesem Zwecke haben wir, bei sorgfältiger Angabe aller nuferer Quellen und Hülfsmittel, möglichst das Citiren von Seitenzahlen auf das unentbehrliche Maß beschränkt, und auch in dem Commentar

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