Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension] / -l-
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 239 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensionen and Anzeigen. 239 sende ihrer Trümmergruft zu entsteigen angefangen, sind die Elemente des vorderasiatischen Volkslebens nach allen seinen Richtungen und Tendenzen in plastischen Darstellungen uns vor Augen gelegt.“ 8. 7. Ein schlichtes, kräftiges Nomadenvolk, wie die alten Israeliten und die luxuriösen, verweichlichten Despoten von Babylon! Die Stiftshütte, als eines Nomadenzeltes wenn auch höchste Pracht und Verherrlichung, und der Palast der vierzig Säulen zu Persepolis! Die plastischen, immer nur halbverständlichen Darstellungen auf jenen Mauern, einer reieben Königsherrschaft in Mitten geschenkbringender Satrapen entnommen, theilweise auch symbolische Zeichnungen zu persisehen, assyrischen Religions-Anschauungen und -- der stereoskopische Versuch, die alten Geräthe des Cultus in der arabisehen Wüste wieder herzustellen! Wer sieht nicht, welche Kluft zwischen Beiden liegt? Welche Verschiedenheit der Zeiten, Lebensweisen und Tendenzen! Zugegeben, Abraham habe Sitten und Geräthe aus Mesopotamien nach Palästina gebrächt und diese haben sich bei seinen Nachkommen so ziemlich unverändert bis Moses erhalten, nach Massgabe der Stabilität nomadischer Gewohnheiten, werden eben so dort, wo immer neue Berg- Völker in die reichen Ebenen lüstern hinab stiegen, die steinernen Documente aus den Zeiten des Darius dasjenige treu abspiegeln, was in den Tagen Kedorlaomers, des Zeitgenossen Abrahams, sich gestaltete? Sei auch die Aehnlichkeit in manchen Dingen immerhin möglich, der Versuch eines Vergleiches nicht eben verwerflich, so bleiben doch die Gebilde dieses Versuches immer problematisch, das Resultat der Zeichnung immer fraglieh. Was der Verfasser nach einem fleissigen Studium auch des biblischen Textes mit jenen fern herbeigeholten Hülfsmitteln uns gibt, kann mitunter an die gewesene Wirklichkeit anstreifen, diese kann aber auch hundertfach anders gewesen sein. Die Erfahrung lehrt, wie die Vorstellungen, welche wir uns nach weitläufigen Beschreibungen von Personen und Sachen entwerfen, dann bei dem eigenen Anschauen derselben sich als so ganz falsch erweisen. Was diesen Forschungen aber gleichfalls nur wenig förderlieh sein konnte, ist die Voraussetzung einer symbolischen Absicht bei der Stiftshütte und ihren Geräthen. Wer auch nur Philo gelesen hat, Weiss, dass die Schrifterklärung bei den spä-