Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension] / Z.
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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234 . Recensionen und Anzeigen. das Hevorheben des unter der Leitung Gottes geschehenen Auszuges nicht unterstützen, wird durch den zu erreichenden Zweck der biblischen Darstellungen bedingt. Man kann daher nicht von historischen Lücken in der Bibel sprechen, sonderp. man kann nicht alle Geschichte in ihr finden, welches auch nicht verlangt wird, wenn man sich die Bibel als ein dem israelitischen Volke gewidmetes Denkmal vorstellt. Um nun die Zeit dieser Ereignisse in der israelitischen und egyptischen Geschichte festzustellen, wurden Vergleichungen zwischen den aus der Bibel sich ergebenden Zahlen des Ein- und Auszuges der Israeliten und der damit in Verbindung stehenden Angaben, mit den aus den Schriftstellern über Egypten und den aus den Funden sich ergebenden Zahlen über die Dynastieenfolge angestellt. Bei dem jetzigen Stande dieser Forschungen geben die grossen Verschiedenheiten bei den Forschern der Vermuthung Raum, dass wirkliehe historische Gleichzeitigkeiten noch nicht erzielt sind. Es wäre daher erfreulich, wenn kräftig Hand angelegt würde, um alle die Beweisarten in den Untersuchungen dieser Materie kritisch zu beleuchten und ein Endergebniss, selbst wenn es negativer Natur wäre, zu erzielen. Statt dessen geht unser Verfasser wohl von dem Gedanken aus, dass die bisher gelieferten Arbeiten unzureichend seien, entschlägt sich aber in leichter Weise aller Kritik, indem er pag. 1 anführt, dass Polemik nicht seine Sache wäre, und führt sehr unkritisch die in sein System hineinpassenden Zahlen Champollions als die besten Zahlen für einige Dynastieen ein. Er unternimmt es mit Hülfe der Bibei, die chronologischen Momente des Ein- und Auszuges, dann den Synchronismus mit der egyptischen Geschichte festzustellen. Das Unternehmen dieser Untersuchungen wäre, wenn es zu einem erklecklichen Resultate führen würde, lobenswerth, da diese Nachweise trotz der Forschungen von Champollion, Rosellini, Lepsius,. Bansen u. m. A. noch offene wissenschaftliche Fragen waren, aber schon hier mag es ausgesprochen sein: das Ergebniss unseres Verfassers ist. mehr eine Art Vermuthung, als ein wissenschaftliches Resultat. Es ergibt sich ihm nämlich die Zeit des Auszuges unter dem letzten Könige der XVIII. Dynastie, wie dies schon Andere feststellten, nur meint unser Verfasser, dass die Vertreibung der Aussätzigen und der Juden, obschon sie gleichzeitig waren, doch nicht nothwendig identisch