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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 6 · p. Seite 229

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1862-01-01
Page
Seite 229 (sequence 2)
Language
German
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Recensionen und Anzeigen. 229 Es kann ja in der That nicht gleichgültig sein, zu beobachten, welche Stellen gerade Leibnitz so wichtig erschienen sind, dass er sie Ausziehen zu müssen glaubte. Der Herausgeber stellt nun auf Grund dieser Thatsaclie drei Fragen: 1) Welcher Art war das philosophische Interesse, das Leibnitz an der Lectüre des More nahm? 2) Wie hat er ihn verstanden und in seinen Nöten erklärt? 3) Welchen Gebrauch glaubte er davon machen zu können? Welche Frage wollte er damit lösen? Zu welcher Reihe von Arbeiten gehören diese Auszüge? Der Herausgeber ist der Ansicht (S. 8) , dass die Moreexcerpte zu denjenigen Leibnitzischen Arbeiten gehörten, die dieser unternommen, um den Ursprung des Spinozismus und seinen Zusammenhang mit der jüdischen Philosophie zu entdecken. Freilich hat der Herausgeber dafür nicht eben zwingende Beweise. Der äussere Beweis., den er beibringt, Hesse sich allenfalls noch hören. Die Auszüge aus dem More nämlich sind von ihm in demselben Fascikel Schriften wiedergefunden worden, in welchem sich auch Leibnitzens ״animadversiones ad Georg. Wachteri librum de recondita Hebraeorum philosophia“ befanden, eine Schrift, die Herr Foucher de Gareil vor sieben Jahren unter dem Titel ״refutation inedite de Spinosa par Leibnitz" Iierausgegeben hat1)- Aber was wird dieser äussere Beweis leisten, wenn sich nicht auch aus den Excerpten selbst nach weisen lässt, dass Leibnitz mit seiner eingehenden Lectüre des More noch etwas mehr wollte, als ein Buch, das ihm hedeutender erschien, als er geglaubt hatte (magis philosophicum quam putaram), eben um seiner philosophischen Bedeutung willen zu lesen? Das fühlt auch der Herausgeber und er sucht innere Beweise. Referent gesteht aber offen, dass er keine Stelle findet, die Leibnitz nicht um ihrer selbst willen uad ohne an eine künftige ParallelisLrung mit Spinoza zu denken, sich excerpirt haben könnte. Doch ist das in der That nur eine 8,6cundäre Frage. Es ist weniger wichtig zu wissen, ob Leibnitz geglaubt habe, im More die Quellen für den Spinozismus zu entdecken, als ob wir den More für eine solche Quelle halten sollen. Bekanntlich hat ,,Feminent esprit du fondateur de l’ecleticisme moderne44 (Cousin) in neuerer Zeit im Spinoza den Mai- 1) Vgl. die vorige Nummer dieser Monatsschrift; S,. 204.

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