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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 6 · p. Seite 223

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 6
Article
Die Haftara
Date
1862-01-01
Page
Seite 223 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Die tlaftara. 223 und Haftara sei nicht Schlussvortrag, sondern Eingang (,פתיהר) zu üb ersetzen. H e r z f e 1 dז) tritt dieser Meinung aus ety mologisehen Gründen entgegen, will aber auch nicht הפטיר in der Bedeutung nehmen, dass der Gottesdienst damit geschlossen wurde, sondern die Vorlesung. Auch über die Entstehung dieses Gebrauchs ist man in Ungewissheit. Nach Äbudraham (s. Zunz a. a. 0.) hätten die Syrer die Gesetzes-Vorträge untersagt und die Gesetzrollen wegnehmen lassen, so dass man mit passenden Abschnitten aus den prophetischen Büchern den Pentateuch ersetzen musste. Ferner, da die Gesetzesrollen auf Befehl des Antiochus vernichtet wurden, so gab es, als die Verfolgungen vorüber waren, so wenige, dass in vielen Gemeinden die Pentateuch-Vorlesungen unterbleiben mussten, und man ersetzte sie durch Prophetenabschnitte. Zunz, Frankel und auch Herzfeld (a. a. 0.) finden diese Gründe nicht wahrscheinlich. ״Antiochus selbst,“ sagt Frankel* 2), ״der jüdische Religion und Sitten auf heben wollte, hegte schwerlich gegen Propheten etc. eine mildere Gesinnung, als gegen den Pentateuch; noch waren die von ihm zur Wegnahme der heiligen Schriften beorderten Soldaten gelehrte Inquisitoren, die nichtpentateuchische Rollen von pentateuchischen zu unterscheiden verstanden: man vernichtete ohne Unterschied die Schriften, deren man habhaft werden konnte.“ Denselben Einwurf macht auch Herzfeld. So wichtig dieses ist, so wird man doch der Frage sich nicht erwehren können: Wenn auch diesem Grunde, wie Frankel sagt, die histerische Basis fehlt, lässt sich annehmen, dass die Alten ihn erdichtet haben? War es auch nicht der ausschliessliche Grund oder nicht ganz in der angegebenen Weise, so würde derselbe so viele Jahre später sicher nicht aufgetaueht sein, wenn er jeder historischen Begründung ermangelte. Hiervon abgesehen, haben die Erklärungen über die Entstehung der Haftara, welche die historischen ersetzen sollen, weit mehr noch gegen sich, als der letztere. Dass die Einrichtung allmälig in Folge der Analogie, wie Zunz meint, oder weil die Vorträge, welche mit den Vorlesungen aus dem Pentateuche verbunden waren, eine Introduction aus nichtpentateuchis dien Schriften hatten, wie Frankel x) Geschichte des V. J. III, S. 219. 2) a. a. 0. S. 49. .

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